Höhere Boni für Commerzbanker scheitern an Staats-Veto

Die Bundesregierung hat die Pläne der Commerzbank-Manager unterbunden, sich höhere Boni zu genehmigen. Commerzbank-Chef Blessing nahm es gelassen und sagte, dann werden eben die Grundgehälter erhöht. Die Commerzbank musste in der Finanzkrise vom Steuerzahler gerettet werden.

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Investmentbanker und andere Manager der Commerzbank können ihr Jahresgehalt durch Boni künftig maximal verdoppeln. Die Bundesregierung als größter Commerzbank-Aktionär blockierte auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt den Plan des Instituts, Leistungszulagen für gut 200 Führungskräfte unterhalb des Vorstands zu zahlen, die bis zum Doppelten des fixen Gehalts reichen können. Das Bundesfinanzministerium nannte die Pläne der zweitgrößten deutschen Bank „nicht überzeugend begründet“. Daher habe man dagegen gestimmt. Vorstandschef Martin Blessing machte laut Reuters jedoch klar, dass die Banker dennoch nicht mit großen Einbußen zu rechnen hätten. Dann stiegen eben die Grundgehälter, das Risiko trage in schlechten Zeiten die Bank.

Boni von bis zu 140 Prozent für den Commerzbank-Vorstand winkten die Aktionäre – auch der Bund – dagegen durch. Für sie hatte Blessing gute Nachrichten: Die Anteilseigner dürfen für dieses Jahr – erstmals seit 2007 – auf eine Gewinn-Beteiligung hoffen. „Wir planen, für das Jahr 2015 wieder eine Dividende auszuschütten. Das ist unser Anspruch“, sagte der Vorstandschef. „Ob es am Ende des Jahres reichen wird, müssen wir abwarten.“ Vor acht Jahren – vor der Übernahme der Dresdner Bank – hatte die Commerzbank einen Euro je Aktie gezahlt. Für 2015 erwarten Analysten zwischen 16 und 20 Cent.

Die Aktionärsvereinigung SdK lehnte die Bonuszahlungen ie ab, Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach sich für die Neuregelung aus: „Im Gegensatz zu anderen Banken sind die Boni bei unserer Bank nicht überzogen. Aber die Commerzbank ist keine normale Bank. Sie ist eine politische Bank.“

Letztlich fiel die Neuregelung durch. Nur 65 Prozent der Aktionäre stimmten dafür. 75 Prozent hätte die Bank gebraucht, um die geltende Obergrenze auszuhebeln. Ohne die Zustimmung der Aktionäre sind Boni in der Europäischen Union auf die Höhe des Fixgehalts gedeckelt. Den Ausschlag gab die Bundesregierung, die ihr Veto mit einem Stimmrechtsanteil von 17 Prozent durchsetzen konnte, weil weniger als die Hälfte der Commerzbank-Aktionäre auf der Hauptversammlung vertreten waren. Einer Deckelung auf das 1,4-fache des Grundgehalts, wie sie künftig für den Vorstand gilt, „hätte der Bund sicher offener gegenübergestanden“, teilte das Finanzministerium von Wolfgang Schäuble mit.

Heftig kritisiert wurde die jüngste Kapitalerhöhung des zweitgrößten deutschen Kreditinstituts: Nieding sagte, es sei „ein Armutszeugnis, dass die Bank es sieben Jahre nach ihrer Rettung immer noch nicht aus eigener Kraft schafft, das notwendige Eigenkapital selbst zu erwirtschaften“.

Es hatte sich seit dem Einstieg bei der Commerzbank nur einmal öffentlich in die Geschäftspolitik eingemischt: Auch 2010 war es ums Geld gegangen – damals enthielt sich der Bund bei der Abstimmung über höhere Vorstandsgehälter, blockierte sie jedoch nicht. Die britische Regierung hatte im vergangenen Jahr bei der verstaatlichten RBS einen großzügigeren Bonus-Rahmen verhindert. Blessing sagte, im Vergleich zu anderen Geldhäusern sei die Commerzbank bei den Boni „mit viel Augenmaß unterwegs“. Im Durchschnitt bekämen die Commerzbanker ohnehin deutlich weniger Bonus als Gehalt.

Vor einem Jahr hatte sich die Commerzbank-Führung Boni genehmigt, die über dem Gewinn der Bank lagen, was zu einigen Protesten in Deutschland führte.

Die gesonderte Regelung für die Vorstandsmitglieder bedeute sogar eine Kürzung der maximalen Zulagen, sagte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller. Vorstandschef Blessing hatte für 2014 zum ersten Mal seit der Teilverstaatlichung der Bank einen Bonus kassiert und war mit 2,06 Millionen Euro nicht mehr der am schlechtesten verdienende Chef eines der 30 Dax-Unternehmen.

Spekulationen über eine Übernahme der Postbank erteilte Blessing vor den Aktionären eine Absage: Die Deutsche Bank wolle die Filialtochter erklärtermaßen an die Börse bringen. „Ich möchte jetzt nicht bei der Deutschen Bank anrufen, um (…) ein Angebot abzugeben“, sagte Blessing.

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