Börse: Dax schließt 2,5 Prozent im Minus

Der Dax kommt heftig unter Druck. Auslöser ist das US-Handelsbilanzdefizit, das den Euro nach oben schießen lässt und so den deutschen Leitindex drückt. Belastend ist auch die Haltung des IWF, der die Gläubigerstaaten Griechenlands zu einem Forderungsverzicht bewegen will.

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Schwache US-Handelsdaten haben am Dienstag an den Finanzmärkten die Sorge über die Folgen der Dollar-Stärke für die US-Konjunktur angeheizt. Vor allem diesseits des Atlantiks spekulierten Anleger auf eine Verschiebung der noch für diesen Sommer erwarteten US-Zinserhöhung. Dies trieb den Euro wieder hoch, was die Wettbewerbschancen der europäischen Exportindustrie auf den Weltmärkten schmälern könnte. Somit machten die Anleger an den Aktienmärkten Kasse: Der Dax fiel bei hohem Umsatz um 2,5 Prozent auf 11.327,68 Punkte und schloss damit so niedrig wie zuletzt Anfang März. Der EuroStoxx verlor 2,4 Prozent auf 3546,56 Zähler.

Der Rückgang des Dollar bremste dagegen die Talfahrt in New York etwas: Der Dow-Jones-Index verlor bis zum Handelsschluss in Europa 0,5 Prozent, der S&P500 0,8 Prozent und der Nasdaq-Composite sogar 1,3 Prozent.

Der Anstieg des Dollar seit Jahresbeginn wird für die US-Wirtschaft immer mehr zum Problem. So fiel das Defizit in der US-Außenhandelsbilanz im März mit 51,4 Milliarden Dollar deutlich höher als erwartet aus. Zudem war es so hoch sei seit 2008 nicht mehr. Damit steige das Risiko, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal noch mehr lahmte als bislang angenommen, sagte ein Händler. Dies trieb den Euro um gut einen halben US-Cent auf 1,1208 Dollar.

Der etwas höher als erwartet ausgefallene ISM-Index für das nichtverarbeitende Gewerbe im April vermochte die Anleger nur wenig zu trösten. Allerdings stehen in dieser Woche noch eine ganze Reihe von Konjunkturdaten an, die über die Lage der US-Wirtschaft Aufschluss geben könnten.

Am Rentenmarkt gerieten dagegen die Kurse der Staatsanleihen wieder massiv unter Druck. Der Bund-Future stürzte um bis zu 107 Ticks auf 154,60 Zähler ab. Entsprechend zogen die Renditen der Bundesanleihen auf breiter Front an. Die Verzinsung der zehnjährigen kletterte auf 0,534 Prozent von 0,446 Prozent am Vorabend. Bei den italienischen und spanischen Papieren fielen die Kursverluste und damit das Rendite-Plus noch deutlich höher aus.

Ende voriger Woche hatten Händler angesichts ähnlich starker Kurseinbrüche von einem „Blitzcrash“ gesprochen. Der Anstieg der Kurse in diesem Jahr sei letztlich alleine auf die Käufe der EZB zurückzuführen. „Und da die Notenbanken heute offenbar nicht dabei sind, fehlt es schlicht an Käufern“, erklärte ein Händler. Im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) kaufen seit März die nationalen Notenbanken monatlich Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Euro, um so die Wirtschaft in der Währungszone wieder anzukurbeln.

Noch vor nicht mal vier Wochen hatte der Dax mit 12.390,75 Zählern ein Allzeithoch aufgestellt. Somit schmilzt der bisherige Jahresgewinn von seinerzeit über 25 Prozent auf inzwischen nur noch 15,5 Prozent zusammen.

Bis zum Handelsschluss gab es im Dax mit HeidelbergCement – die UBS-Analysten hatten die Aktien zum Kauf empfohlen – nur noch einen Gewinner. Zu den Schlusslichtern zählten E.ON mit einem Abschlag von 3,8 Prozent. Die Analysten der SocGen hatten die Aktien heruntergestuft.

In New York zählten Disney mit einem Plus von 0,8 Prozent zu den Gewinnern. Florierende Geschäfte in der Mediensparte und in den eigenen Vergnügungsparks verhalfen dem Konzern zu einem überraschend starken Quartal.

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