Nokia, Huawei und Ericsson: Wettlauf um 5G-Technologie

Die großen Telekom-Unternehmen arbeiten fieberhaft an der Entwicklung des neuen Mobilfunk-Technologie-Standards 5G. Dabei soll es nicht mehr um Geschwindigkeit gehen, sondern darum, Milliarden von Geräten wie Autos und Kühlschränke zu vernetzen. Insbesondere für fahrerlose Autos kommt es dabei auf eine absolut zuverlässige Verbindung an.

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Die großen Telekom-Unternehmen arbeiten fieberhaft an der Entwicklung des neuen Mobilfunk-Technologie-Standards 5G. Dabei soll es nicht mehr um Geschwindigkeit gehen, sondern um eine neue Netz-Struktur, die es erlaubt, Milliarden von Geräten gleichzeitig und zuverlässig mit dem Internet zu verbinden.

Seit 2010 sind die Anbieter damit beschäftigt, auf 4G aufzurüsten und so die Geschwindigkeit der mobilen Datennutzung um das zehnfache zu erhöhen. Die nächste Aufrüstung auf 5G hingegen soll weit darüber hinaus gehen: Es gehe nicht mehr nur um Tempo, sondern darum, das Internet der Dinge zu schaffen: Dazu brauchen nicht mehr nur Telefone und Computer, sondern  Milliarden von Geräten einen eigenen Netzzugang: Bis 2022 werden geschätzte 50 Milliarden Kühlschränke, Autos, Häuser und sogar Kleidung mit dem Internet verbunden sein.

Insbesondere autonome Fahrzeuge können nur mit einer konstanten und verlässlichen Internetverbindung funktionieren. Eine schnelle und robuste Netz-Infrastruktur ist eine unerlässliche Vorraussetzung für die Etablierung fahrerloser Autos.

Die Unternehmen stehen dabei unter erheblichem Konkurrenzdruck: Denn wer als erstes einen funktionierenden Prototyp vorweist, kann sich das Patent für die Technologie sichern und hat die besten Chancen, einen neuen Technologie-Standard zu etablieren. Dies würde bedeuten, für jedes der Milliarden Geräte, welches die Technologie danach nutzen will, Lizenzgebühren zu bekommen. Die Patentrechte für solch grundlegende Software können also ein Milliarden-Geschäft bedeuten, wie nicht nur der jüngste Patent-Streit zwischen Google und Microsoft zeigt.

Diese Aussicht erkläre beispielsweise auch das Kalkül hinter der jüngsten 15-Milliarden-Übernahme von Alcatel-Lucent durch Nokia, berichtet die Financial Times. „Die Industrie muss sich auf 5G vorbereiten. Es wird schneller kommen als die Leute glauben und es wird größer werden als sie erwarten“, so Nokia-Chef Rajeev Suri.

Behörden in Europa und Asien unterstützen verschiedenen PPP-Projekte zum 5G-Ausbau, allein 1,4 Milliarden Euro fließen in eine Initiative zwischen den europäischen Telekom-Unternehmen der EU-Kommission und dem chinesischen Anbieter Huawei.

Der Konkurrenzdruck treibt das Tempo an,  allerdings besteht auch ein Risiko: Da so viele verscheiden Teams derzeit verschiedene Ansätze verfolgen und es keine Definition dafür gibt, was 5G eigentlich meint, könnte am Ende jedes Unternehmen seine eigene Technologie nutzen, ohne dass sich ein gemeinsamer Standard etabliert.

Auf dem World Mobile Congress in Barcelona haben alle namenhaften Telekom-Unternehmen, darunter auch die Deutsche Telekom, Ericsson und Huawei, ihre Vision eines 5G-Netzes vorgestellt, allerdings war das meiste davon Show.

Experten beschreiben 5G meist im Bezug auf Gigabits pro Sekunde. Wissenschaftler sprechen von Spitzenwerten von 10 Gigabit pro Sekunde, also zehnmal so schnell wie 4G. Das Volumen des 5G-Datenflusses wird dagegen auf das Hundert- bis Tausendfache des 5G-Wertes geschätzt. Das ist notwendig, da auch der Daten-Bedarf im nächsten Jahrzehnt um das Tausendfache steigen soll. Der eigentliche Knackpunkt könnte allerdings in der Latenz liegen: Die Reaktionszeit von 5G-Geräten muss sich um den Faktor 50 vervielfachen, um Echt-Zeit-Anwendungen für automatisiertes fahren zu ermöglichen.

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