Militär-Flugzeug stürzt bei Sevilla ab

In Spanien ist ein Militärflugzeug des Typs Airbus A400M mit bis zu zehn Menschen an Bord abgestürzt. Der Unfall geschah bei einem Testflug. Unmittelbar nach dem Start stürzte die Maschine aus unbekannter Ursache ab und zerschellte auf dem Boden.

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Beim Absturz eines Militärflugzeugs vom Typ Airbus A400M während eines Testflugs in Spanien sind nach Angaben der Einsatzkräfte mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere hätten schwer verletzt überlebt, teilten die Retter am Samstag mit. Das Schicksal der beiden übrigen Insassen sei noch ungewiss. Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte, anscheinend seien alle Personen an Bord Mitarbeiter von Airbus gewesen. Der europäische Flugzeughersteller erklärte, die Maschine sei für die Türkei bestimmt gewesen. Der Absturz ist nach einer Serie von Pannen und Lieferverzögerungen im A400M-Programm der erste tödliche Unfall einer solchen Maschine. Airbus hat das Transportflugzeug für mehrere Nato-Länder – darunter Deutschland – entwickelt. Es soll zentraler Bestandteil der Flotten werden.

Das Flugzeug ging auf einem Feld gut einen Kilometer nördlich des Flughafens von Sevilla nieder. In der südspanischen Stadt lässt Airbus den A400M montieren. Der Konzern erklärte, ein Ermittlungsteam sei zur Absturzstelle geschickt worden. Dort stieg schwarzer Rauch auf, während Feuerwehrleute Brände zu löschen versuchten. Der spanische Regierungschef Rajoy sagte sämtliche für Samstag geplanten Wahlkampfauftritte ab.

Für Airbus bedeutet der Absturz einen herben Rückschlag für das A400M-Programm, das dem europäischen Konzern schon lange große Probleme bereitet. Als das größte gemeinsame Verteidigungsprojekt in Europa war der Flieger für 20 Milliarden Euro entwickelt worden. Er soll von den Luftwaffen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und der Türkei genutzt werden. Die Maschine war 2013 mit einer Verzögerung von drei Jahren in den Dienst gestellt worden. Anfangs hatten beim Bau des von europäischen Truppen heiß ersehnten Transporters vor allem die Turboprop-Triebwerke Probleme gemacht. Zuletzt konnte Airbus Insidern zufolge nicht genügend Rümpfe für das Modell fertigstellen.

Ende April stellte Airbus-Rüstungschef Bernhard Gerwert in Aussicht, dass der Bundeswehr in diesem Jahr zwei bis vier der dringend benötigten Maschinen geliefert werden können. Eigentlich sollten 2015 fünf A400M an die deutschen Streitkräfte gehen, wegen neuerlicher Lieferverzögerungen hatte zuletzt jedoch nur noch die Auslieferung einer Maschine als sicher gegolten. Dies sorgte auch für Spannungen zwischen Airbus und der Bundesregierung. Insgesamt plant Airbus nach den Worten Gerwerts dieses Jahr die Auslieferung von 14 bis 18 A400M. Anfang des Jahres hatte Airbus das Programm neu aufgestellt und den Chef seiner Sparte Militärflugzeuge geschasst.

 

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