Baukasten: Einfamilienhaus selber bauen in 24 Stunden

Ein italienisches Start-up hat ein Hausmontagesystem zum Selbermachen entwickelt. So kann ein zweistöckiges Haus im Eigenbau mit geringen Fachkenntnissen innerhalb eines Tages fertiggestellt werden. Die Bausteine erlauben nach dem Lego-Prinzip auch flexible Umbauten.

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Der Erfinder hat das Lego-Prinzip auf lebensgroße Häuser übertragen. (Foto: Isinnova/Smile Press)

Der Erfinder hat das Lego-Prinzip auf lebensgroße Häuser übertragen. (Foto: Isinnova/Smile Press)

Das bei Brescia beheimatete Start-up Isinnova Srl  hat ein neuartiges Hausmontagesystem entwickelt. Mit den aus Kunststoff geformten Bausteinen kann ein Einfamilienhaus im Eigenbau mit geringen Fachkenntnissen innerhalb eines Tages fertiggestellt werden.

„Warum sein Eigenheim nicht selber einfach wie mit Lego-Steinen bauen?“, fragt Erfinder Christian Fracassi. Die aus Polymeren gefertigten Bausteine können leicht zusammengesetzt oder demontiert werden. „Sollte einem sein Wohnhaus eines Tages nicht mehr gefallen, können die Steine problemlos für einen Neubau wiederverwendet werden“, unterstreicht der 31-jährige Ingenieur. Mit der tatkräftigen Unterstützung von drei Freunden baute er innerhalb von 24 Stunden den zweistöckigen Prototypen mit 120 Quadratmetern Wohnfläche zusammen.

Die Idee für das Baukonzept entstand vor sechs Jahren beim Anblick der vom Erdbeben zerstörten Abruzzen-Stadt Aquila. Fracassi wollte eine Bauweise umsetzen, die schnell, leicht und zugleich sicher ist. Deshalb hat er bei der Experimentierung parallel zur Bausteinserie Brick auch das System Superwindow entwickelt: Ein Verfahren, mit dem alte Fenster ohne den Austausch der Rahmen in die Energieklasse A+ konvertiert werden können. Zudem hat er ein dreiachsiges Giroskop namens Sysmo entwickelt, das zur Zertifizierung der Erdbebensicherheit von Gebäuden genutzt wird.

Bisher hat der Erfinder dank der Unterstützung des im Metallbau tätigen Vaters seine Idee ohne fremde Hilfe umsetzen können. Für eine industrielle Serienfertigung benötigt  der Italiener jedoch Schablonen und sammelt dazu derzeit Fremdkapital. Zur wissenschaftlichen und technischen Untermauerung der Entwicklungstätigkeit besteht zudem eine Zusammenarbeit mit der Universität von Bergamo.

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