Börse: Dax schließt ein Prozent im Minus

Die US-Industrieproduktion fällt das fünfte Mal in Folge - das gab es seit der Finanzkrise nicht mehr. Gleichzeitig kollabiert das Verbrauchervertrauen der Amerikaner vor allem wegen gestiegener Energie-Kosten so stark wie seit Jahren nicht mehr.

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Erneut schwächere Wirtschaftsdaten aus Amerika haben den Euro am Freitag nach oben getrieben und den Dax auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex schloss ein Prozent tiefer bei 11.447 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 0,9 Prozent nach. Zwischenzeitlich hatten die Kurse wegen des „kleinen Verfalls“ an den Terminbörsen heftig geschwankt. Anleger versuchen dann meist, die Kurse in eine für sie günstige Ausgangslage zu bewegen.

Dem Dax setzte aber vor allem der wiedererstarkte Euro zu: die Gemeinschaftswährung kletterte um bis zu 0,3 Prozent auf 1,1450 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit rund drei Monaten. Viele Dax-Anleger haben den Euro-Kurs derzeit genau im Blick, da ein zu starker Euro vor allem die exportstarken deutschen Unternehmen belastet.

Die schwächelnde US-Wirtschaft gibt der Notenbank indes immer weniger Argumente für eine frühe Zinserhöhung an die Hand. Am Freitag nährten überraschend schlecht ausgefallene Daten zum Verbrauchervertrauen und zur Industrieproduktion die Zweifel an der Zugkraft des Wirtschaftsmotors. Das Barometer für die Konsumlaune fiel auf 88,6 Zähler von 95,9 Punkten, wie die Umfrage der Universität von Michigan auf Basis vorläufiger Daten ergab. Dies ist das niedrigste Niveau seit Oktober. Die US-Börsen lagen bis Handelsschluss in Europa leicht im Minus.

Stützend auf die Aktienbörsen wirkte sich die etwas entspanntere Lage am Anleihenmarkt aus. Die Kurse erholten sich, im Gegenzug gingen die Renditen zurück. Die zehnjährigen Bundesanleihen warfen 0,628 Prozent ab nach 0,717 Prozent im Geschäft des Vortages. Nach dem Nachfrageboom der vergangenen Monate waren die Kurse vieler Staatsanleihen zuletzt ins Rutschen geraten. Aus Sicht vieler Analysten war das eine längst überfällige Gegenbewegung.

Größte Verlierer im Dax waren die Titel von K+S und BMW, die jeweils mehr als zwei Prozent abgaben. Gewinnmitnahmen machten ThyssenKrupp zu schaffen. Die Titel gaben 1,7 Prozent nach. Spekulationen über mögliche Strafzölle der EU auf Importe kaltgerollten Stahls von Russland und China hatten die Aktien am Vortag um 2,8 Prozent nach oben getrieben . Auch Salzgitter gaben nach der Vortagesrally nach und waren mit 3,4 Prozent Minus größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax.

Nach oben ging es für Wacker Chemie mit 1,7 Prozent. Der Spezialchemiekonzern will einen Unternehmensteil über einen Börsengang abspalten: das in der Siltronic AG gebündelte Geschäft mit Silizium-Wafern für die Chip-Herstellung. Am Freitag teilte das Unternehmen mit, die Erstnotiz sei wohl noch vor der Sommerpause zu erwarten.

Im TecDax stachen SMA Solar mit einem Kursgewinn von 9,1 Prozent hervor. Die positiv aufgenommenen Quartalszahlen wirkten noch nach, sagte ein Händler.

Vage Übernahmegerüchte schoben die Aktien des niederländischen Chemiekonzerns DSM um mehr als vier Prozent an. Händler verwiesen auf einen im Internet kursierenden Bericht eines Finanzblogs, in dem von einer möglichen Offerte von Evonik in Höhe von 60 Euro die Rede war. Die Aktien von Evonik fielen um 0,7 Prozent. Ein Sprecherin wollte keine Stellungnahme zu dem Bericht abgeben.

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