CEO-Rede löst Panik-Verkäufe bei Air Berlin aus

Für Air-Berlin-Chef Stefan Pichler ist das jetzige Sanierungsprogramm für die Fluglinie die letzte Rettung. Es gebe keinen zweiten Versuch mehr, so Pichler. Diese Aussagen sorgten für massive Verkäufe bei den Investoren, die Anleihen fielen deutlich.

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Seit der Ansprache vom Air-Berlin-Chef gehen die Anleihen stark nach unten. (Grafik: ariva.de)

Seit der Ansprache vom Air-Berlin-Chef gehen die Anleihen stark nach unten. (Grafik: ariva.de)

Für Air Berlin geht es beim aktuellen Sanierungsprogramm nach Einschätzung von Firmenchef Stefan Pichler um alles oder nichts. „Das hier ist unser letzter Schuss, wir müssen es jetzt schaffen, es gibt keinen zweiten Versuch mehr“, sagte Pichler der Süddeutschen Zeitung. „Keiner wirft schlechtem Geld gutes hinterher“, so Pichler mit Blick auf Etihad. „Die Wende müssen wir aus eigener Kraft schaffen.“

Seit dem Interview gehen die Anleihen der Fluglinie nach unten. Die im April 2018 fällige Anleihe fiel etwa von 105 auf 97 Prozent ab. Das Volumen beträgt 225 Millionen Euro. Zudem gibt es noch drei weitere hohen Anleihen, die ähnlich viel verloren. Zuvor waren die Kurse bei der Air Berlin stabil.

Nach Jahren der erfolglosen Dauersanierung unter Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und seinem Nachfolger Wolfgang Prock-Schauer krempelt Pichler den Konzern mit rund 9000 Mitarbeitern um. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir dieses Jahr noch einmal Geld brauchen“, sagte der seit Februar amtierende Air-Berlin-Chef. Sollte die Fluglinie, in deren Eigenkapitaldecke nach jahrelangen Verlusten ein Loch von 560 Million Euro ist, dennoch frische Mittel benötigen, dürfte es eng werden.

Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien von Air Berlin und hält das Unternehmen seither mit Finanzspritzen in der Luft. Die Gemeinschaftsflüge von Air Berlin mit Etihad ärgern die Konkurrenten wie etwa die Lufthansa. Diese sogenannten Codeshare-Vereinbarungen sollten ein Einzelfall bleiben, hatte ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im April erklärt. Pichler glaubt dennoch daran, dass die Gemeinschaftsflüge weiterhin genehmigt werden. Er gehe davon aus, „dass man in der Bundesregierung nicht in der Verantwortung stehen will, ein Unternehmen mit 9000 Arbeitsplätzen zu vernichten und ein Monopol in Teilbereichen wiedereinzuführen“.

Durch die Codeshare-Vereinbarungen erhalten Air-Berlin-Verbindungen innerhalb Europas und von Deutschland in die Vereinigten Arabischen Emirate eine Flugnummer von Etihad. Air Berlin erhöht damit die Auslastung der Flugzeuge, während der Großaktionär Etihad mehr Ziele weltweit anbieten kann.

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