Poker: Schäuble denkt laut über neue Währung für Griechenland nach

Wolfgang Schäuble kann sich die Einführung einer Parallel-Währung in Griechenland vorstellen. Diese Drohung soll vermutlich den Druck auf die Regierung in Athen erhöhen. Sie könnte auch einen Bank-Run auslösen, wodurch eine Einigung vermutlich sehr beschleunigt wurde.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die Schaffung eines Parallelwährungssystems für Griechenland ins Gespräch gebracht, sollten die Verhandlungen mit Athen über das die nächste Kredit-Tranche scheitern. In einer internen Sitzung hat der Finanzminister nach Angaben von informierten Personen die Einführung eines Systems von Parallelwährungen in Erwägung gezogen, sollte keine Einigung der Geldgeber mit Griechenland erzielt werden können, meldet Bloomberg.

Mit diesem Gedankenspiel will Schäuble die Griechen zu Konzessionen zwingen – seit einiger Zeit wird dieses Spiel mehr erheblicher Härte der Beteiligten geführt.
Ein mögliches Beispiel für ein alternatives Währungssystem, das bereits am Rande der Eurozone existiert, ist nach Einschätzung des Bundesfinanzministers Montenegro, hieß es. Montenegro nutzt den Euro als Zahlungsmittel, ist aber nicht Teil der Euro-Gemeinschaft.

Zwar hat EU-Währungskommissar Pierre Moscovici bei seinem jüngsten Besuch in Berlin Diskussionen über einen Plan B im Falle eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone eine Absage erteilt. Nach Ansicht des EU-Kommissars müssten alle Anstrengungen dahingehend gerichtet sein, eine Einigung mit Griechenland zu erzielen. Auf die Frage, ob eine Diskussion über eine Parallelwährung gefährlich für den Verlauf der Verhandlungen mit Griechenland sei, erklärte Schäuble im Interview mit der französischen Zeitung Les Echos, dass „Meinungsfreiheit eine Errungenschaft der europäischen Gesellschaft“ sei. Er als deutscher Finanzminister unterliege allerdings „Beschränkungen“. „Wir nehmen Kenntnis von der Diskussion, aber wir kommentieren sie nicht.“ Das bedeute nicht, dass „ich dafür oder dagegen bin“.

Die Möglichkeit einer Parallelwährung für Griechenland wird derzeit von Ökonomen und Analysten diskutiert. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat in einer Analyse mit dem Titel „Grexit is not a matter of black and white“ das Montenegro-Modell als ein mögliches graues Szenario für eine hybride Übergangssituation in Griechenland beschrieben. Danach könnten Euro-Einlagen bei griechischen Banken eingefroren werden, während der Euro weiterhin als Währung und im Verkehr mit ausländischen Banken genutzt wird. Parallel könnte die griechische Regierung ein alternatives Zahlungsmittel in Form von Schuldscheinen einführen, um ihre nationalen Verbindlichkeiten zu erfüllen.

Schäubles lautes Nachdenken verfolgt den Zweck, den Druck auf Griechenland zu erhöhen, um im Falle einer Einigung darauf hinweisen zu können, welche Gegenleistungen Griechenland für neue Kredite von den europäischen Steuerzahlern gebracht hat.

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