A Beautiful Mind: Mathematiker John Nash ist tot

Der Mathematiker John Nash ist gemeinsam mit seiner Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er hat mit seiner Spiel-Theorie ein mathematisches Votum für den Realismus vorgelegt.

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Der US-Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash, dessen Geschichte 2001 in «A Beautiful Mind» verfilmt wurde, ist bei einem Autounfall unweit von New York ums Leben gekommen. Das bestätigte die Polizei in New Jersey der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Nach Angaben des Sprechers Gregory Williams verunglückten der 86-Jährige und seine Frau Alicia (82) am Samstag (Ortszeit) in einem Taxi auf einer Schnellstraße bei Monroe (US-Bundesstaat New Jersey). Beide seien aus dem Wagen geschleudert worden und noch am Unfallort gestorben, sagte Williams der dpa. Zuvor hatte der regionale Nachrichtendienst NJ.com berichtet, dass das Ehepaar auf der Fahrt von einem New Yorker Flughafen zu seinem Haus in der Universitätsstadt Princeton war. Beide seien offensichtlich nicht angeschnallt gewesen. Der Taxifahrer habe den Aufprall dagegen ohne lebensgefährliche Verletzungen überstanden. Er war bei einem Überholmanöver gegen die Leitplanke gerast.

Nash hatte mit seiner Spieltheorie die Mathematik und auch die Wirtschaftswissenschaften revolutioniert. Das Nash-Gleichgewicht, das er mit seiner Doktorarbeit begründete, stellt im Grunde auf einen Machtverzicht als Lösung für Konflikte im Wettbewerb an. Im Film «A Beautiful Mind» wird der Ansatz anschaulich erklärt: Wenn sich alle Männer um die schönste Frau einer Gruppe balgen, bekommt sie keiner, und die anderen Frauen laufen auch weg. Daher sei es vernünftig, auf die zweitbeste Lösung zu setzen, weil sie am Ende alle zu Gewinnern macht. Im Zuge des Pokers zwischen Griechenland und der EU ist der Gedanke immer wieder thematisiert worden – ob er sich praktisch durchsetzen wird, dürften wir in ein paar Wochen wissen.

Nash war mit seiner Frau, mit der er seit 1955 verheiratet war und die ihm in seinen persönlichen Krisen beigestanden ist, auf dem Rückweg von Norwegen. Dort habe er zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Louis Nirenberg von König Harald V. den Abel-Preis, einen der höchsten Preise für Mathematiker, verliehen bekommen.

1994 war Nash mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet worden. Im Jahr darauf schloss er sich dem Institut für Mathematik in Princeton an, wo er bis zuletzt tätig war. Der geniale Wissenschaftler kämpfte viele Jahre lang gegen Schizophrenie und wurde in dieser Zeit von seiner Frau versorgt.

Hollywoodstar Russell Crowe, der den berühmten Mathematiker in «A Beautiful Mind» dargestellt hatte, gab seinen Gefühlen über Twitter (@russellcrowe) Ausdruck. «Geschockt … Meine Gedanken sind bei John & Alicia & der Familie. Eine bewundernswerte Partnerschaft. Geniale Köpfe, wunderbare Menschen», schrieb er.

Der Film «A Beautiful Mind» basiert auf einer Biographie von Sylvia Nasar. Er gewann 2002 vier Oscars, darunter für den Besten Film, außerdem den Regie-Oscar für Ron Howard, einen Oscar für Jennifer Connelly als Beste Nebendarstellerin und für das Drehbuch von Akiva Goldsman.

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