China: Google-Konkurrent Baidu entwickelt Software für deutsche Autobauer

Audi und Mercedes haben eine umfassende Zusammenarbeit mit dem chinesischen Internet-Riesen Baidu beschlossen. Ziel sei es, mit der Software des Google-Rivalen die Vernetzung des Verkehrs in China voranzutreiben. Insbesondere die gemeinsame Entwicklung von Kartendaten ist für die Autobauer von Interesse.

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Daimler will seine seit zwei Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem chinesischen Internet-Unternehmen Baidu ausbauen. Ziel sei es, den Mercedes-Benz-Kunden in China individuellere Dienste in vernetzten Fahrzeugen anzubieten, erklärte die Pkw-Sparte Mercedes-Benz am Montag anlässlich der Elektronikmesse CES in Shanghai. Dazu werde das Ende 2014 von dem Autobauer eröffnete Forschungs- und Entwicklungszentrum in Peking genutzt.

Mercedes bietet seit 2013 den Kartendienst von Baidu in Fahrzeugen an. Demnächst soll das Baidu-Infotainmentsystem CarLife via Smartphone auf Bordcomputern der Autos eingesetzt werden. Auch die Volkswagen -Tochter Audi hatte vergangene Woche eine Kooperation mit Baidu bekanntgegeben.

Auch Audi arbeitet künftig mit dem chinesischen Suchmaschinenbetreiber Baidu zusammen. Mit dem neuen Partner solle die Online-Vernetzung von Fahrzeugen in der Volksrepublik vorangetrieben werden. China ist der größte Pkw-Markt der Welt, Audi ist dort Marktführer im Oberklasse-Segment. Audi und Baidu hatten sich bereits Ende Januar auf eine Zusammenarbeit verständigt, die Verträge sollen jetzt auf der Elektronikmesse in Shanghai unterzeichnet werden.

Neben der Integration von Smartphones ins Auto umfasse die Kooperation auch die gemeinsame Entwicklung von Kartendaten, Funktionen zur Bestimmung der eigenen Position und für Service-Informationen, hieß es in der Mitteilung weiter. Möglich werde dadurch eine Übertragung von Zieldaten aus der Baidu Map oder dem Smartphone ins Auto. Navigationstechnik wird immer wichtiger, um Vernetzung und automatisiertes Fahren, die beiden großen Zukunftsthemen der Branche, voran zu bringen. Um den Kartendienst Here von Nokia ist deshalb ein Bieter-Wettstreit entbrannt. Audi hat sich mit den Konkurrenten Daimler und BMW zusammengetan, das Oberklasse-Trio nimmt Insidern zufolge auch den US-Finanzinvestor General Atlantic mit dazu. Die Hersteller hoffen, so die Gebote von Rivalen wie dem amerikanischen Fahrdienstanbieter Uber oder dem Internet-Konzern Facebook ausstechen zu können.

Wie Audi weiter mitteilte, entwickeln die Ingolstädter gemeinsam mit dem chinesischen Netzwerk-Anbieter Huawei ein LTE-Modul, das für schnelle Datenübertragung zwischen Smartphone und Auto sorgen soll. Dieses werde in China, Japan und Korea eingesetzt werden.

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