Notenbank: Franken-Kredite werden für viele Österreicher zum Problem

Die Oesterreichische Nationalbank warnt vor den Folgen der Franken-Kredite: Die Deckungslücke habe sich per Ende März um 3 Milliarden Euro ausgeweitet. Das Loch von nunmehr 6,1 Milliarden Euro könne zum Problem für den österreichischen Staat und die Banken werden.

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Die rasante Aufwertung des Schweizer Franken zu Jahresbeginn könnten vielen Österreichern Probleme bei der Rückzahlung ihrer Franken-Kredite machen. Denn zum einen steige mit dem Wertzuwachs der eidgenössischen Währung zum Euro die Kreditsumme, die die Bankkunden begleichen müssen, warnte die Oesterreichische Nationalbank am Donnerstag. In vielen Fällen hätten die Österreicher darüber hinaus eine besonders riskante Form der Rückzahlung gewählt: Sie hatten vereinbart, über die Jahre Geld in Fonds oder eine Lebensversicherung einzuzahlen – und mit der erhofften Wertsteigerung ihres veranlagten Geldes den Kredit dann auf einen Schlag zu tilgen. Doch seit der Finanzkrise werfen viele dieser Fonds weniger Gewinn ab, als angenommen – was die Rückzahlung zusätzlich erschwert.

„Es wurden doppelte oder mehrfache Risiken aufgeladen“, sagte Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny. Das werde nun zum Problem: Mit der Franken-Aufwertung habe sich die Deckungslücke bei Franken-Krediten in Österreich per Ende März auf 6,1 von 3,1 Milliarden Euro Ende 2014 ausgeweitet. Zwar würden viele der Darlehen erst in einigen Jahren ab 2019 fällig. Dennoch müsse sich Österreich für mögliche Probleme rüsten. „Sowohl die Banken, wie auch wir als geldpolitische Institution“, sagte Nowotny.

Zu Boomzeiten kurz vor Ausbruch der Finanzkrise 2007 machten Frankenkredite etwa ein Drittel aller in der Alpenrepublik vergebenen Privatdarlehen aus. Nach Warnungen und Verboten der Aufseher sank die Zahl der Betroffenen um knapp die Hälfte. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte Mitte Januar den mehr als drei Jahre geltende Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben. Daraufhin war der Franken hochgeschnellt.

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