Börse: Griechenland-Krise zieht Dax nach unten

Der Handel an der Börse wurde am Dienstag von der Griechenland-Krise geprägt. Die Regierung in Athen beharrt auf dem Standpunkt, dass Zahlungen an den IWF nicht erfolgen werden, wenn kein Deal in Aussicht stehe. Doch eine Einigung ist nach Angaben des Präsidenten Jeroen Dijsselbloem für die aktuelle Woche ohnehin unwahrscheinlich. Dass die Märkte trotzdem nicht komplett abstürzten, liegt an einer Mitteilung eines Fed-Mitglieds, das vor baldigen Zinsanhebungen warnt.

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Die griechische Schuldenkrise hat am Dienstag erneut für Unruhe an den europäischen Börsen gesorgt. Die Hängepartie bei den Verhandlungen um die Auflagen für neue Finanzspritze verunsicherte Anleger. Die Aufwertung des Euro verstärkte den Verkaufsdruck am Aktienmarkt, weil dadurch die Waren europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig werden. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus 0,9 Prozent bei 11.328,80 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 3.561,89 Zähler.

Der Euro verteuerte sich dagegen um rund zwei US-Cent auf 1,1131 Dollar. Er profitierte dabei vor allem vom Anstieg der Inflation in der Euro-Zone. Dies dämpfte Börsianern zufolge die zuletzt mehrfach aufgeflammten Spekulationen um eine Ausweitung des rund eine Billion Euro schweren Anleihe-Ankaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB).

Investoren warfen daraufhin europäische Anleihen aus ihren Depots. Dies trieb die Renditen der richtungsweisenden zehnjährigen Titel aus Deutschland, Italien und Spanien in die Höhe. Der Bund-Future, der auf den Titeln des Bundes basiert, rutschte um mehr als zwei volle Punkte auf 152,95 Zähler ab.

Am Devisenmarkt setzten Anleger darüber hinaus auf eine Einigung zwischen der Athener Regierung und ihren Geldgebern. „Ich rechne mit der Gewährung einer Gnadenfrist für Griechenland innerhalb der kommenden beiden Tage“, sagte Douglas Borthwick, Geschäftsführer des Devisenbrokers Chapdelaine. Sollte es dazu kommen, könne der Euro auf bis zu 1,15 Dollar steigen. Dann müssten diejenigen Investoren, die auf eine Abwertung gewettet hatten, die Gemeinschaftswährung wieder kaufen, um ihre Verluste zu minimieren, fügte Borthwick hinzu.
Griechenland-Anleger waren sich dagegen uneins über die Aussichten für die Verhandlungen. Der Athener Leitindex rutschte um 2,6 Prozent ab, die zwei- und zehnjährigen Anleihen des südeuropäischen Staates waren dagegen gefragt.

Im Londoner Aktienindex FTSE gehörten British American Tobacco (BAT) mit einem Kursminus von 2,4 Prozent zu den schwächsten Werten. Ein kanadisches Gericht hatte den Zigaretten-Hersteller („Lucky Strike“) sowie die Konkurrenten Philip Morris („Marlboro“) und Japan Tobacco („Camel“) zu einer umgerechnet mehr als zehn Milliarden Euro schweren Schadenersatz-Zahlung an Raucher verurteilt. Die betroffenen Firmen wollen die Entscheidung anfechten. BAT-Rivale Imperial Tobacco („Gauloises“) notierte 2,9 Prozent schwächer. Philip Morris verloren an der Wall Street 0,2 Prozent. Japan Tobacco schlossen 1,8 Prozent im Minus

Unter Verkaufsdruck stand auch die Papiere von Delta Airlines, nachdem die US-Fluggesellschaft einen Rückgang der durchschnittlichen Erträge pro Passagier vorausgesagt hatte. Außerdem machten mehrere Bombendrohungen gegen US-Flieger die Investoren nervös. Delta verloren 2,7 Prozent, die Titel des Konkurrenten United gaben 0,4 Prozent nach. Die US-Indizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 notierten jeweils knapp im Minus.

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