Kanada: Milliardenstrafe für Tabak-Konzerne

Drei internationale Tabakkonzerne wurden in Kanada verurteilt, eine Entschädigung in Höhe von elf Milliarden Euro an Raucher zu zahlen. Die Unternehmen hätten gegen ihre Pflicht verstoßen, Kunden über die Risiken des Rauchens aufzuklären, so die Begründung.

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Ein kanadisches Gericht hat drei Zigaretten-Hersteller zur Zahlung von umgerechnet elf Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt. Das Geld sollen rund 100.000 Raucher aus Quebec erhalten. In zwei Sammelklagen war den Konzernen vorgeworfen worden, nicht ausreichend vor den Risiken des Rauchens gewarnt zu haben. Die Konzerne Imperial Tobacco Canada, eine Tochter des weltweit zweitgrößten Zigaretten-Konzerns British American Tobacco, sowie die Philip Morris -Tochter Rothmans, Benson & Hedges und die zu Japan Tobacco gehörende Firma JTI-Macdonald teilten am Montag mit, gegen das Urteil vorgehen zu wollen.

Unabhängig von möglichen Berufungsverfahren ordnete das Gericht an, dass die Firmen innerhalb der nächsten drei Monate mindestens 740 Millionen Euro hinterlegen müssten. Weiteren 900.000 Einwohnern von Quebec sprach das Gericht umgerechnet 96 Millionen Euro zu, weil sie von Zigaretten abhängig geworden seien. Der Konzern Imperial Tobacco Canada, der dem Urteil zufolge rund zwei Drittel der Schäden decken muss, kritisierte, dass sowohl erwachsenen Konsumenten als auch Behörden bereits seit Jahrzehnten die Risiken des Rauchens bekannt gewesen seien. Das Urteil befreie sie von jeder Verantwortung für ihr Handeln. Mario Bujold, ein Vertreter der Kläger, sprach dagegen von einem „großartigen Tag für Tabak-Opfer“.

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