USA: Förder-Programm soll Mittelstand zum Roboter-Bauen einspannen

Kleine und mittelständische Unternehmen treiben zunehmend die Innovationen in der Robotertechnologie voran. Die US-verteidugungsbehörde will die Mittelständler jetzt mit einem neuen Förderprogramm zu einer Zusammenarbeit anregen. Im Fokus steht vor allem die Entwicklung von Robotertechnologie.

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Wenn Regierungen und staatliche Forschungseinrichtungen bisher nach Partnern in der freien Wirtschaft suchten, fiel die Wahl in der Regel auf große Konzerne. Das kommt hauptsächlich daher, dass bevorzugt Verträge mit vielen Jahren Laufzeit abgeschlossen werden, die mit großen Geldbeträgen verbunden sind. Viele kleine, innovative Unternehmen konnten dadurch nicht von solchen Partnerschaften profitieren. Diesen Missstand möchten die Vereinigten Staaten nun beheben.

Natürlich ist dieser Schritt nicht ganz uneigennützig. Ziel ist es auch von Innovationen und Neuentwicklungen aus der Branche profitieren, denen bisher kaum Beachtung geschenkt wurde. Und das schlicht und einfach, weil die Unternehmen aufgrund ihrer Größe als uninteressant galten.

Wie dem Magazin Space Daily zu entnehmen ist, hat die US-Behörde DARPA deshalb ein neues Programm auf den Weg gebracht. Durch dieses sollen auch solche Unternehmen zu einer Zusammenarbeit mit Regierungsinstitutionen angeregt werden. Im Fokus steht vor allem die Entwicklung von Prototypen und Machbarkeitsstudien mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten und einem Kostenpunkt von durchschnittlich 150.000 US-Dollar.

Hinter DARPA verbirgt sich die Defense Advanced Research Projects Agency. Die Behörde ist direkt dem Verteidigungsministerium unterstellt und führt Forschungsprojekte für die amerikanischen Streitkräfte durch. Mit Hilfe des Programms Robotics Fast Track (RFT) will DARPA künftig in der Lage sein, schnell und kostengünstig Robotertechnologien zu erforschen und auf den Weg zu bringen. So soll es möglich sein, rasch auf die sich stetig ändernden Anforderungen des Militärs reagieren zu können.

RFT wird sich dabei auf die Entwicklung bahnbrechender Hard- und Software konzentrieren. Neue, bisher unbekannte Technologien sollen dabei ebenso gefördert werden, wie kreative und vielversprechende Weiterentwicklungen bestehender Techniken. Das Ziel sind Kosten- und Zeitersparnisse beim Voranbringen innovativer Ideen durch die Zusammenarbeit mit bisher unbeschriebenen Blättern aus der Branche.

DARPA möchte damit aber auch erreichen, dass sie von Unternehmen anders wahr genommen werden. „Wir möchten, dass diese neue Generation von Roboterentwicklern in uns einen Partner sieht, der ihnen bei der Entwicklung bahnbrechender Technologien hilft.“, sagt Mark Micire, ein Programm Manager der Behörde. Ergänzend fügt er hinzu: „Wir sind gewillt, diesen Weg zu gehen, was zu einer schnellen, erheblichen Verbesserung der nationalen Sicherheit führen könnte.“

Um tatsächlich in Kontakt mit Unternehmen zu kommen, die bisher nicht an eine Zusammenarbeit mit der Regierung dachten, kooperiert DARPA auch mit der Open Source Robotics Foundation (OSRF). Die OSRF ist eine nichtkommerzielle Vereinigung, die von Roboterentwicklern aus aller Welt gegründet wurde und engen Kontakt zu diesen pflegt. Die OSRF spezialisiert sich zwar hauptsächlich auf die Entwicklung neuer Software, spielt aber auch bei der Erforschung neuer Technologien für Kleinstroboter eine Rolle.

In einer Stellungnahme der OSRF heißt es, dass es viele Unternehmen und Entwickler gibt, die an einer Kooperation mit staatlichen Einrichtungen interessiert sind. Allerdings scheuen diese häufig die damit verbundenen Auflagen sowie die langwierige und komplizierte Vertragsgestaltung.

Um den Bedürfnissen, dieser neuen potentiellen Partnern gerecht zu werden, hat DARPA den Prozess der Vertragsgestaltung kürzer und einfacher gestaltet. „Wir haben zu viel Zeit damit verbracht, drei- bis vierjährige Lösungen für Sechsmonatsprobleme zu finden“, heißt es von Mark Micire.

Neben neuen Entwicklungen für das Militär möchte DARPA Robotics sowohl Fast Track als auch die Forschung im Allgemeinen stützen. Robotertechnologien, wie RFT sie fördern will, könnten auch im Katastrophenschutz oder der Brandbekämpfung zum Einsatz kommen. Außerdem soll der Grundstein für ein eventuelles Förderprogramm nach DARPA gelegt werden, der dann einen deutlich größeren Umfang haben könnte und somit mehr Fördergelder gewähren kann.

Bereits jetzt haben zahlreiche weitere Behörden der USA ihr Interesse angemeldet, RFT-geförderte Techniken zu testen und einzusetzen. Neben der U.S. Army und der U.S. Navy sind das beispielsweise die NASA und die Heimatschutzbehörde der USA, das Department of Homeland Security.

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