Sparkassen verärgern Kunden mit saftigen Gebühren-Erhöhungen

Die im DSGV zusammengefassten Sparkassen geben sich gerne als die Bank der kleinen Leute. Doch tatsächlich werden aktuell wegen der Niedrigzinsen die Gebühren in vielen Sparkassen erhöht. In Wuppertal wollte die Sparkasse besonders raffiniert vorgehen und löste einen Proteststurm aus. Auch in vielen anderen Städten denken langjährige Kunden erstmals darüber nach, ihrer Sparkasse den Rücken zuzukehren.

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Die Sparkassen reagieren auf die Niedrigzinsen der EZB auf eine merkwürdige Art: Auf der Ebene des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) präsentiert sich der ehemalige bayrische Finanzminister Georg Fahrenschon als Robin Hood und wettert gegen die EZB und die Enteignung der Sparer. Doch in der Praxis agieren die Sparkassen noch etwas aggressiver als die von ihnen gerne als Feindbild an die Wand gemalten, nicht politischen Privatbanken. Sie erhöhen die Gebühren, und das saftig. In Wuppertal ist der Unmut der Bevölkerung besonders hochgekocht: Dort hat die SSK versucht, die höheren Gebühren mit einem Rabatt-System zu koppeln – die Kunden sollten bei bestimmten Läden einkaufen und dabei Rabatte erhalten. Die Westdeutsche Zeitung berichtet, dass zahlreiche Kunden überlegen, ihre Konten bei den Sparkassen zu kündigen – teilweise nach 40 Jahren. Ein Kunde wird mit der Aussage zitiert, er wolle sich nicht von der Sparkasse vorschreiben lassen, wo er einkauft. Ein anderer Kunde sagt, das Vorgehen erschüttere sein Vertrauen in die Sparkasse. 34 Kommentare unter dem Artikel zeigen, dass es den Sparkassen offenbar gelungen ist, ihre treuesten Kunden gegen sich aufzubringen.

Die Verbraucherzentrale NRW hat sich bereits eingeschaltet. Beratungsstellenleiterin Marlene Pfeiffer spricht in der Westdeutschen Zeitung von knapp 50 Anfragen zum Thema allein in dieser Woche. „Das dürfte erfahrungsgemäß aber nur die Spitze des Eisbergs sein. Wir haben uns an unsere Geschäftsstelle in Düsseldorf gewandt, die eine rechtliche Prüfung vornehmen wird“, sagt Pfeiffer. Und diese Prüfung schließt Fragen des Datenschutzes ein. Denn es ist unklar, ob die Sparkassen das Rabattsystem auch dazu verwenden könnten, sich über das Kundeverhalten zu orientieren.

Auch andere Sparkassen in NRW sind von den Gebührenerhöhungen betroffen: So meldet die NRZ, dass auch in Dinslaken – Voerde – Hünxe die Kontoinhaber von den Erhöhungen überrascht wurden. Die Erhöhungen liegen zwischen 50 Prozent bei einem normalen Konto und bei 400 Prozent bei Online-Konten, ein Umstand, der die Kunden besonders empört, weil einige Sparkassen die Gebührenerhöhung mit einem besseren Service am Schalter begründet hatten.

Ebenso meldet die Schwäbische Zeitung höhere Gebühren bei der Sparkasse Bodensee. Radio Oberhausen berichtet von Gebührenerhöhungen bei der Sparkasse Oberhausen sogar bereits zum 1. Juni.


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