Machtkampf in der CDU: Schäuble gegen Merkel

Zwischen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble scheint es zu massiven Spannungen gekommen zu sein. Merkel hält an den US-Vorgaben für Griechenland fest, Schäuble will zumindest offiziell keine weiteren Steuermilliarden für das EZB-Schuldensystem.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel soll den Griechenland-Gipfel in Berlin ohne Wissen ihres Finanzministers Wolfgang Schäuble einberufen haben – sehr zu dessen Zorn. „Das war eine Solo-Nummer der Dame“, zitiert die Bild-Zeitung eine anonyme Quelle aus dem Finanzministerium.

Tatsächlich gibt es zwischen Merkel und Schäuble Meinungsverschiedenheiten um die Griechenland-Politik der EU. Während der Finanzminister einen Grexit nicht mehr ausschließt, will die Bundeskanzlerin genau dies verhindern. In der CDU herrsche die Befürchtung vor, dass Schäuble aufgrund dieses Zwists zurücktreten könnte.

Eine Quelle aus Regierungskreisen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Bild-Bericht „Unsinn“ sei.

Regierungssprecher Steffen Seibert hingegen sagte: „Die Bundeskanzlerin und der Bundesfinanzminister arbeiten prima zusammen, so vertraulich wie vertrauensvoll“. Auch Schäubles Sprecher Martin Jäger dementiert den Bericht. „Die beiden arbeiten vertrauensvoll zusammen, das gilt insbesondere auch für Griechenland“, so Jäger.

Der Bericht in der Bild liest sich allerdings anders – und die Zeitung ist über das Innenleben der CDU in der Regel bestens informiert. Seit einiger Zeit nimmt die Bild Angela Merkel auffällig stark unter Beschuss, nachdem die Kanzlerin bisher unter Artenschutz gestanden war.

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