Chinesische Importe brechen um 18 Prozent ein

Chinas Importe sind im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,6 Prozent eingebrochen. Ausschlaggebend für diesen Importeinbruch ist die schwache Binnenkonjunktur. In diesem Zusammenhang sind auch die Exporte um 2,5 Prozent zurückgegangen.

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Die Weltwirtschaft muss sich auf eine schwindende Nachfrage in China einstellen. Die größte Handelsnation kauft immer weniger Waren im Ausland ein. Im Mai brachen die Importe um 17,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein, teilte die Zollbehörde am Montag in Peking mit. Das signalisiert eine schwächelnde Binnenkonjunktur. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Zentralbank die Wirtschaft mit neuen Maßnahmen stimulieren wird – zumal auch die Exporte um 2,5 Prozent schrumpften.

„Die chinesische Wirtschaft hat den Boden noch nicht gefunden“, sagte Ökonom Liu Yaxin von China Merchants Securities in Shenzhen. „Die Lage dürfte auch in den kommenden vier, fünf Monaten gedämpft sein.“ Die Zentralbank hat bereits dreimal binnen eines halben Jahres ihren Leitzins gesenkt, um mit billigerem Geld Investitionen und Konsum anzuschieben. Zudem müssen die Banken weniger Geld bei ihr deponieren, was ihnen größeren Spielraum für die Kreditvergabe lässt.

Exporte und Importe schrumpften in den ersten fünf Monaten zusammen um acht Prozent. Für 2015 insgesamt strebt die Regierung hingegen ein Wachstum von sechs Prozent an. „Das kann unmöglich erreicht werden, vor allem angesichts der mauen Importe“, sagte der China-Chefvolkswirt der Bank JP Morgan in Hongkong, Haibin Zhu.

Für die deutsche Wirtschaft ist die schwächelnde Konjunktur in der Volksrepublik eine schlechte Nachricht. Sie verkaufte 2014 Waren um Wert von fast 75 Milliarden Euro dorthin – nur in Frankreich, den USA und in Großbritannien wurde mehr umgesetzt. Volkswagen etwa verkaufte zuletzt weniger in der Volksrepublik.

Die Regierung in Peking strebt in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent an. Bereits 2014 hatte es nur noch zu 7,4 Prozent gereicht: Das ist viel für europäische Verhältnisse, in China aber der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert.

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