Griechenland: Gläubiger schlagen Bailout-Verlängerung bis März 2016 vor

Um die Pattsituation bei den Verhandlungen zwischen den Kreditgebern und Griechenland für die Auszahlung der restlichen Milliarden aus dem EFSF-Programm zu beenden gibt es den Vorschlag für eine Verlängerung bis März 2016. Athen würde demzufolge zusätzlich auch die 10,9 Milliarden Euro erhalten, die ursprünglich für die Rekapitalisierung der griechischen Banken vorgesehen waren.

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Mit den Verhandlungen betraute Personen sagen, diese Offerte könnte Griechenlands Regierung dazu anregen, im Gegenzug jene schmerzhaften Zugeständnisse zu machen, die Athen bisher ablehnte.

Der Vorschlag sei Griechenland bereits in der vergangenen Woche vorgelegt worden, berichtet das Wallstreet Journal. Dies würde neben den 7,2 Milliarden auch die Freigabe der ursprünglich für die Bankenrekapitalisierung vorgesehenen 10,9 Milliarden Euro beinhalten.

Eine neunmonatige Verlängerung des „Hilfspakets“ würde dabei helfen, die Finanzierungslücke und das Liquiditätsproblem des Landes zu überbrücken und Premier Tsipras wie auch der Eurozone und dem IWF mehr Zeit geben, einen neuen Weg für die griechische Wirtschaft einzuschlagen.

Die Verlängerung des EFSF-Programms sowie die Auszahlung der 10,9 Milliarden Euro sei zwischen Juncker und Tspiras letzten Mittwoch besprochen worden, wie drei mit den Verhandlungen betraute Personen erklärten.

„Unser Angebot bedeutet, dass Griechenland bis März 2016 voll finanziert wäre“, sagte einer der Personen laut WSJ. Die neunmonatige Verlängerung könne außerdem mit dem Kreditprogramm des IWF koordinieren werden, da der IWF bis Anfang 2016 mit an dem Kreditpaket beteiligt ist.

„Jeder Tag, an dem Bankguthaben aus den griechischen Banken fließen bedeutet, dass weniger Geld aus dem Bankenrekapitalisierungs-Fonds (statt zur Schuldenrückzahlung!) zur Verfügung steht und stattdessen benutzt werden muss, um die Banken zu stabilisieren“, heißt es.

Die Idee einer Bailout-Verlängerung thematisiert indessen nicht, wie es nach dem März 2016 weitergehen soll. Die griechische Regierung hatte in diesem Frühjahr verlauten lassen, sie wolle keine weiteren Kredite in Anspruch nehmen und auch keine Bedingungen mehr akzeptieren, die über diesen Zeitraum hinausgehen.

Tspiras selbst hat den Vorschlag indessen bereits abgelehnt. Er bezeichnete ihn als „inakzeptabel“, da im Gegenzug Reformen wie Pensionskürzungen und Mehrwertsteuererhöhungen eingefordert werden – Maßnahmen, die die „roten Linien“ des Wahlprogramms von Syriza überschreiten.

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