Gegen den Dollar: Chinas Renminbi auf dem Sprung zur Weltwährung

Ein Team des IWF ist nach China aufgebrochen, um die Erhebung des Renminbi in den Kreis der globalen Reservewährungen vorzubereiten. Bisher sind nur Dollar, Euro, Yen und das britische Pfund offizielle Reservewährungen. Für China wäre das der Durchbruch im globalen Finanzsystem.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) sondiert die Möglichkeiten für eine Aufnahme des chinesischen Renminbi in den Kreis der großen Reservewährungen. Zu diesem Zweck sei ein IWF-Team in die Volksrepublik gereist, sagte ein Fonds-Vertreter am Freitag. Die gegenwärtige Zusammensetzung des IWF-Währungskorbes werde auf den Prüfstand gestellt, die dafür notwendige Detailarbeit stehe aber noch am Anfang. Der Währungskorb bildet die Basis für den Wert der IWF-Kunstwährung, den sogenannten Sonderziehungsrechten (SZR). Zurzeit enthält der Korb vier Währungen: Dollar, Euro, Yen und Pfund. Eine Aufnahme des Renminbi würde Chinas Position an den Finanzmärkten stärken und zudem Prestige bringen.

Der IWF hat China aufgefordert, in den kommenden Jahren für einen freien Wechselkurs zu sorgen. Der Renminbi ist gegenwärtig eng an den Dollar gekoppelt. Die USA als größter Aktionär des IWF und andere westliche Staaten werfen China vor, den Wechselkurs künstlich niedrig zu halten. Doch diese Vorwürfe treffen offenbar nicht mehr zu: Er vor wenigen Tagen hatte der IWF China bescheinigt, dass der Kurs des Yuan nun fair sei.

China baut seit Jahren geduldig an einer Strategie, um dem Dollar als Weltreservewährung Konkurrenz zu machen. Der bisher größte Erfolg ist die Errichtung der AIIB, der asiatischen Investitionsbank, als einer Art Gegenmodell zur Weltbank. Es ist China gelungen, alle wichtigen Verbündeten der USA gegen den erklärten Willen Washingtons an Bord zu holen.

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