Studie zeigt drastischen Anstieg von Erdbeben wegen Fracking

Eine Studie der US-Geologiebehörde hat einen rätselhaften Anstieg von Erdbeben festgestellt. Die Studien-Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die umstrittene Fracking-Technologie die Ursache für die Zunahme der Erdbeben sein dürfte. Die US-Regierung will Fracking unbedingt auch nach Europa exportieren.

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Die Erdbebengefahren-Gebiete der USA. Die rot gekennzeichneten Gebiete sind besonders gefährdet. (Grafik: USGS)

Die Erdbebengefahren-Gebiete der USA. Die rot gekennzeichneten Gebiete sind besonders gefährdet. (Grafik: USGS)

Im Bundesstaat Oklahoma ufgetretene Erdbeben von 1980 bis 1989 - in Gelb und Orange. (Grafik: Google Maps)

Im Bundesstaat Oklahoma ufgetretene Erdbeben von 1980 bis 1989 – in Gelb und Orange. (Grafik: Google Maps)

Im Bundesstaat Oklahoma aufgetretene Erdbeben im Jahr 2014 - in Gelb und Orange. (Grafik: Google Maps)

Im Bundesstaat Oklahoma aufgetretene Erdbeben im Jahr 2014 – in Gelb und Orange. (Grafik: Google Maps)

Nach einer Studie der US-Geologiebehörde USGS soll die Fracking-Technologie ursächlich sein für Erdbeben. Seit über einem Jahrzehnt soll es vor allem an der Westküste und im Mittleren Westen zu verstärkten Erdbeben gekommen sein.

Die USGS-Wissenschaftler identifizierten 17 Regionen in insgesamt acht Staaten mit „erhöhten Raten von induzierter Seismizität“. Seit dem Jahr 2000 verzeichneten mehrere dieser Gebiete eine hohe seismische Aktivität, die ab 2009 sogar nocht stärker wurde. Unter den betroffenen Staaten befinden sich die Bundesstaaten Alabama, Arkansas, Colorado, Kansas, New Mexico, Ohio, Oklahoma und Texas.

„Diese Erdbeben treten mit einer höheren Rate als je zuvor auf. Sie stellen eine große Gefahr für die Anwohner dar“, sagt Mark Petersen von USGS.

Es müsse verhindert werden, dass Abwasser, welches salzig oder durch Chemikalien verunreinigt ist, Frischwasserquellen verunreinigt. „Abwasser-Injektion erhöht den unterirdischen Porendruck, der die Erdbeben-Gefahr erhöht“, heißt es in einer Zusammenfassung der Studie.

Um die Auswirkungen der Schiefergasgewinnung auf Umwelt und Gesundheit besser abschätzen zu können, unterstützt die EU nun zwei Forschungsprojekte finanziell. Im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 der EU erhalten die Gelder aus dem dafür vorgesehenen Topf für die Schiefergas-Forschung im Umfang von etwa 12 Millionen Euro. Zwei andere Projekte hatten bereits zuvor die Zusage für EU-Gelder erhalten.

Eines davon startete Horizon 2020 zufolge im Januar dieses Jahres und beschäftigt sich mit mathematischen Modellen zum Thema Fracking. „Zum ersten Mal haben wir eine fest auf ein Thema zugeschriebene Aktion gestartet“, zitiert Science Business Robert-Jan Smits von der Europäischen Kommission. Eine Aktion, die die Forscher darin unterstütze, zu verstehen, wo die Gefahren liegen und wie man Auswirkungen auf die Umwelt verhindern könne.

In Deutschland hingen beharrt die Union trotz der Kritik des Koalitionspartners SPD auf einer Expertenkommission, die kommerzielle Projekte zum Gas-Fracking in Deutschland bewerten soll. Die SPD fordert, dass der Bundestag nach der bis 2019 geplanten Erprobungsphase entscheiden soll, ob das Gas durch das Aufbrechen von Gesteinsschichten gefördert werden soll. Mindestens zehn Bundesländer sollen für die Förderung infrage kommen, hieß es am Freitag aus Koalitionskreisen. Die Gegner warnen durch eingesetzte Chemikalien vor Gefahren für Wasser und Umwelt – und sehen die Kommission als Kniefall vor der Erdgasindustrie.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestag kommt in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Expertise zu dem Ergebnis, dass das Konstrukt der Kommission aber nicht verfassungswidrig sei. Es gebe keine Bindungswirkung gegenüber der für die Erlaubniserteilung zuständigen Landesbehörde durch das Votum der Expertenkommission. Der CDU-Politiker Karsten Möring meinte, „dass sich die Bedenken, die von Teilen der SPD-Fraktion geäußert wurden, damit erledigt haben“.

Allerdings vermuten die Kritiker, dass sich die Behörden kaum über ein positives Votum hinwegsetzen könnten – und andernfalls bei entsprechenden Unternehmensklagen schlechte Karten hätten.

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