Frankfurt: Ausschreitungen bei Anti-Pegida-Demonstration

Autonome Gruppen haben sich am Samstag in Frankfurt kleinere Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Gruppe blockiert den Zugang zu einer angemeldeten Pegida-Demo.

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Rund 2.000 Menschen haben am Samstag in Frankfurt gegen eine Versammlung von Islamgegnern und Nationalisten protestiert. Demonstranten blockierten an mehreren Stellen den Versammlungsplatz und die geplante Marschroute der Initiative «Widerstand Ost/West», die sich von der Pegida-Bewegung in Dresden abgespalten hat. Mehr als 1000 Polizisten aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz, um rechtsgerichtete Versammlungsteilnehmer und Gegendemonstranten voneinander zu trennen.

An den Polizeisperren rund um den zentralen Roßmarkt kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen teilweise vermummten Mitgliedern von linken Gruppen und Einsatzkräften. Eier und Tomaten wurden geworfen, Böller und Rauchkerzen gezündet. Die Polizei verstärkte ihre Absperrungen mit Wasserwerfern und Hunden.

Etwa 100 Anhänger des «Widerstands Ost/West» befanden sich nach Polizeiangaben zur Kundgebungszeit auf dem Roßmarkt. Beim Betreten des Platzes wurden sie auf Waffen kontrolliert. Ihre Kundgebung verzögerte sich, weil einer der Redner nicht rechtzeitig eintraf.

An einer Protestkundgebung des Frankfurter Römerbergbündnisses, dem unter anderem Gewerkschaften und die beiden großen christlichen Kirchen angehören, nahmen mehrere hundert Menschen teil. Der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, sagte, seit dem Aufkommen der Pegida-Bewegung im Herbst vergangenen Jahres versuchten Rechtsextremisten, sich einen Platz in der Mitte der Gesellschaft zu verschaffen. «Das ist die schleichende Gefahr.»


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