Internationale Energieagentur unterstützt Bau von Turkish Stream

Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur in Paris, glaubt, dass der Bau der Pipeline Turkish Stream durchaus umsetzbar sei. Auch die Finanzierung sei möglich, da es mittelfristig wieder einen Ölpreis-Anstieg geben werde. Während der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das russische Projekt unterstützt, bildet sich unter anderen türkische Staatsbeamten Widerstand gegen Turkish Stream.

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Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, sagte im Gespräch mit dem EU Observer, dass der Vorstoß zum Bau der russischen Pipeline Turkish Stream durchaus umsetzbar sei.

Das Projekt müsse zwar näher analysiert werden, doch die Kritiken an Turkish Stream seien nicht immer zutreffend. Es gebe angesichts des Ölpreis-Verfalls Probleme bei der Finanzierung der Pipeline. Allerdings werde dieser Verfall nicht ewig andauern. „Wir beobachten, dass das Produktionswachstum sich verlangsamt und gleichzeitig die Nachfrage in den USA, Europa und China ansteigt (…) Ich glaube, dass wir mittelfristig wieder mit einem Aufwärtsdruck bei den Preisen sehen werden“, so Birol.

Doch Russland habe aktuelle nicht das nötige Geld, um den Pipeline-Bau zu finanzieren, sagte eine anonyme türkische Quelle dem EU Observer. „Niemand in der Türkei nimmt diesen Vorstoß ernst. Die Russen fühlen sich isoliert und weisen den gleichen Reflex wie die Iraner auf. Sie geben ein internationales Projekt mit der Türkei bekannt, um der Welt zu zeigen, dass sie immer noch internationale Partner haben“, so die Quelle.

Der russische Energie-Riese Gazprom will die Pipeline Turkish Stream bis Ende 2016 in Betrieb nehmen. Doch die Türken betrachten das Projekt tatsächlich mit Skepsis, weil den Russen das nötige Geld für den Bau der Pipeline fehlt und die Regierung in Ankara den EU-Wirtschaftspartner nicht verlieren möchte. Der ehemalige türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte dem Projekt sogar Anfang Januar eine indirekte Absage erteilt.

Für die Türkei hat die TANAP im Vergleich zum russischen Turkish Stream Priorität, auch in Bezug auf die eigenen wirtschaftlichen Interessen. Das Projekt wird ungefähr neun Milliarden Euro kosten und bei voller Auslastung alleine 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr in die Türkei liefern, so DW.

Allerdings will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Bau von Turkish Stream umsetzen. Das hatte er mit Kremlchef Wladimir Putin Mitte Juni bei einem Treffen mit Putin in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku festgelegt.

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