Goldman-Sachs-Konzern plant baldigen Börsengang

Der Duisburger Baustoffkonzern Xella hat seinen Börsengang für November oder Dezember geplant. Die Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs, die die Eigentümer von Xella sind, haben bereits die Banken ausgewählt, die Xella an den Frankfurter Aktienmarkt begleiten sollen.

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Die Liste der deutschen Börsenkandidaten für das zweite Halbjahr wird immer länger. Der Duisburger Baustoffkonzern Xella peilt für seinen Börsengang nun November oder Dezember an, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten. Die Eigentümer der ehemaligen Haniel-Tochter, die Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs, hätten bereits die Banken ausgewählt, die Xella an den Frankfurter Aktienmarkt begleiten sollen. Die Deutsche Bank, BNP Paribas und die Investmentbanker von Goldman Sachs selbst sollen den Börsengang organisieren. Der Hersteller des bekannten Porenbetons Ytong könnte dabei mit bis zu 2,5 Milliarden Euro bewertet werden. Die Banken und die Eigentümer wollten sich zur Sache nicht äußern.

Xella beschleunigt damit – wie viele Unternehmen in der Hand von Finanzinvestoren – seine Börsenpläne. Zuletzt war von 2016 die Rede gewesen. Doch die Beteiligungsgesellschaften wollen den Rückenwind nutzen, den ihnen steigende Aktienmärkte geben. Viele Investoren sind hungrig nach neuen Anlagemöglichkeiten. Deshalb verspricht ein Börsengang den Finanzinvestoren derzeit oft eine lukrativere Ausstiegschance als ein direkter Verkauf. Für Xella dränge sich kein potenzieller Käufer auf, sagte ein Insider.

Xella gehört seit 2008 der französischen PAI und einem Fonds von Goldman Sachs. Xella erwirtschaftet mit 6.800 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro – zwei Drittel davon mit Baumaterialien unter bekannten Marken wie Ytong, Hebel und Silka, rund 20 Prozent mit dem rentableren Kalk-Geschäft. Nicht zuletzt wegen der Kalk-Sparte erhofft sich Xella eine höhere Bewertung als reine Baustoffkonzerne wie Wienerberger oder Braas Monier. Diese werden an der Börse etwa mit dem Sechsfachen ihres erwarteten operativen Gewinns bewertet. Xella peilt den Insidern zufolge für 2016 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Eitda) von 300 Millionen Euro an.

Für das zweite Halbjahr stehen unter anderem der hessische Lkw-Zulieferer Jost-Werke, die ehemalige Bahn-Immobilien-Tochter Aurelis, die Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns und der Keramikteile-Hersteller Ceramtec in den Startlöchern, um an die Börse zu gehen. Noch vor der Sommerpause buhlen sechs – allerdings überwiegend kleinere – Börsenkandidaten um die Gunst der Anleger. Emissions-Spezialist Foruhar Madjlessi von der Deutschen Bank glaubt, dass der Boom nach dem Sommer weitergeht: „Wir erwarten weiter ein außergewöhnlich konstruktives Marktumfeld und hohe Emissionsaktivität im zweiten Halbjahr“, sagte er Reuters. „Eine zumindest vorübergehende Lösung für Griechenland wird die Märkte zusätzlich beflügeln.“

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