Wachstumsprognose für Deutschland sinkt deutlich

Das Berliner DIW-Institut hat die Wachstumsprognose für das aktuelle Jahr von 2,2 auf 1,8 Prozent gesenkt. Wegen der Griechenland-Krise investieren die Unternehmen viel zu wenig. Zudem belasten die Russland-Sanktionen die europäische Wirtschaft.

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Das Berliner DIW-Institut blickt deutlich skeptischer als zuletzt auf die deutsche Konjunktur und warnt vor vielen Risiken. Die Forscher senkten am Mittwoch ihre Wachstumsprognose für 2015 auf 1,8 von 2,2 Prozent und begründeten dies mit dem schwachen Start ins Jahr. „Die deutsche Wirtschaft erscheint derzeit stärker, als sie tatsächlich ist“, warnte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Denn für Schwung sorgten vor allem Sonderfaktoren wie der niedrige Ölpreis oder der für die Exporteure günstige Euro-Kurs. „Die Risiken sind hingegen enorm“, betonte Fratzscher. So hätte ein Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland und ein Austritt des Landes aus dem Euro fatale Folgen für Europa und würde somit auch der deutschen Wirtschaft schaden.

Man dürfe das Risiko von Ansteckungseffekten der Griechenlandkrise nicht unterschätzen. „Auch wegen dieser Unsicherheiten investieren die Unternehmen noch immer viel zu wenig und haben bisher nicht einmal das Vorkrisenniveau erreicht“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Als Stütze für die Konjunktur sehen die Forscher vor allem die gute Kauflaune der Konsumenten. Grund hierfür seien die steigende Beschäftigung, die sinkende Arbeitslosigkeit und die niedrige Inflation. Das DIW erwartet für 2016 wie bisher einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent.

Doch die europäische Wirtschaft wird zudem massiv von den Sanktionen gegen Russland geschwächt. Die Exporte in das Land brechen erneut ein. In den ersten vier Monaten musste die europäische Wirtschaft einen Verlust von 6,8 Milliarden Euro melden.

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