Frankreich: Terror-Anschlag auf US-Gasfabrik

Bei einem Anschlag in einem Gaswerk bei Grenoble sind ein Mensch getötet und mehrere Personen verletzt worden. Die französische Polizei soll einen Tatverdächtigen festgenommen haben. Die genauen Hintergründe sind unklar.

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Die Gasfabrik im französischen Saint-Quentin-Fallavier wurde Schauplatz eines Anschlags. (Screenshot)

Die Gasfabrik im französischen Saint-Quentin-Fallavier wurde Schauplatz eines Anschlags. (Screenshot)

In der Nähe der ostfranzösischen Stadt Grenoble haben Unbekannte nach Angaben der Polizei mehrere Gascontainer einer Fabrik zur Explosion gebracht. Die Fabrik wird vom US-Konzern Air Products betrieben, meldet Le Point. Am Ort des Geschehens sei eine enthauptete Person gefunden worden, mehrere Personen seien verletzt worden, hieß es in Polizeikreisen.

Neben der enthaupteten Leiche sei eine Flagge mit islamistischen Inschriften gefunden worden. Der Tote soll kein Mitarbeiter der Fabrik sein. Der Kopf des toten Mannes wurde mehrere dutzend Meter entfernt von seinem Körper gefunden worden, berichtet Le Point. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sei auf dem Weg dorthin.

Um 11:35 Uhr sollen französische Sicherheitskräfte einen Verdächtigen festgenommen haben. Der Mann soll dem französischen Geheimdienst DGSI bekannt sein. Bei dem Verdächtigen handelt es sich offenbar um den im Jahr 1980 geborenen Yasin Sahli, berichtet La Libre. Zudem nahm die Polizei einen weiteren Verdächtigen fest. Seine Identität wurde noch nicht geklärt.

Die französische Regierung hatte kurz nach dem Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo angekündigt, 425 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln für den „Kampf gegen den Terrorismus“ bereitstellen zu wollen. So sollen 2680 neue Stellen geschaffen werden, davon allein 1400 beim Geheimdienst.

Anfang Mai hatte das französische Parlament mit einer überraschend großen Mehrheit ein Gesetz beschlossen, mit welchem die bürgerlichen Rechte dramatisch eingeschränkt werden. Die Geheimdienste erhalten umfassende Rechte der Kontrolle der Bürger. Gerichtliche Beschlüsse zur Überwachung sind kaum noch nötig.


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