EZB kauft wieder in großem Stil Staatsanleihen

Die EZB hat in der vergangenen Woche ihr Kaufprogramm von Staatsanleihen ausgeweitet. Seit Beginn des OMT-Programms am 9. März wurden Staatsanleihen im Wert von insgesamt fast 200 Milliarden Euro gekauft. Doch intern wächst die Kritik an diesem Vorgehen.

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Die Europäische Zentralbank hat ihr riesiges Anleihen-Kaufprogramm in der vergangenen Woche noch mal ausgeweitet. Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben seit Programmstart am 9. März inzwischen öffentliche Schuldtitel für insgesamt 193,9 Milliarden Euro, wie die Währungshüter am Montag in Frankfurt mitteilten. Damit nahm die EZB im Vergleich zur Vorwoche für etwa 11,7 Milliarden Euro zusätzliche Papiere in ihre Bücher. In der Gesamtzahl sind bis zum 26. Juni abgewickelte Käufe enthalten.

Die Euro-Wächter wollen pro Monat im Schnitt Wertpapiere im Umfang von etwa 60 Milliarden Euro erwerben. Dazu zählen neben Staatsbonds auch Pfandbriefe („Covered Bonds“) und Hypothekenpapiere („ABS“). Bis mindestens September 2016 soll das Programm laufen und insgesamt ein Volumen von 1,14 Billionen Euro haben. Vor der Urlaubszeit will EZB-Chef Mario Draghi die Käufe bescheunigen. Im Juli und im August sollen dann weniger Wertpapiere gekauft werden.

Mit der großen Geldschwemme will Draghi erreichen, dass Banken wieder mehr Kredite an die Wirtschaft vergeben, was letztlich die Konjunktur anschieben und die Inflation antreiben soll. Denn durch die Käufe sollen Investitionen in Anleihen für Finanzinstitute weniger rentabel werden. Das Ziel: Sie sollen stattdessen mehr Darlehen ausreichen. Die aktuell sehr niedrige Inflation im Währungsraum soll auf diese Weise wieder in Richtung des EZB-Ziels von knapp zwei Prozent bewegt werden. Die EZB sieht eine solche Rate als förderlich für die Wirtschaftsentwicklung an. Im Mai zog die Teuerung nur um 0,3 Prozent an.

Doch die EZB hat langsam ihr Pulver verschossen, sagt Ratsmitglied Klaas Knot. Noch seien keine Asset-Blasen zu erkennen. Doch mittelfristig sei die Geldschwemme mit zu hohen Risiken verbunden, warnt der Niederländer.

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