Chinesischer Staatsfonds an Tank & Rast interessiert

Im Bieterkampf um die Übernahme der deutschen Autobahn-Raststätten bekommen die Versicherer Allianz und Münchener Rück Konkurrenz aus China. Der Staatsfonds China Investment Corp (CIC) sei einer von mindestens drei Bietern für die Tankstellen- und Raststättenkette Tank & Rast, so ein Insider.

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Die Versicherer Allianz und Münchener Rück bekommen im Wettlauf um die deutschen Autobahn-Raststätten einem Insider zufolge Konkurrenz aus China. Der Staatsfonds China Investment Corp (CIC) sei einer von mindestens drei Bietern für die Tankstellen- und Raststättenkette Tank & Rast, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Das Wall Street Journal hatte darüber zuvor ebenfalls berichtet. Verbindliche Gebote, die mehr als drei Milliarden Euro erreichen könnten, sind noch im Juli fällig. CIC wollte sich dazu nicht äußern.

Kommt CIC zum Zuge, wäre das die größte Übernahme eines chinesischen Unternehmens in Deutschland. Käufer aus Fernost werden in Bieterprozessen allerdings oft dazu verwendet, die Preise nach oben zu treiben.

Zu den aussichtsreichen Interessenten an Tank & Rast zählt ein Konsortium um die Allianz, die Vermögensverwaltungssparte der Münchener Rück, MEAG, und den Staatsfonds ADIA aus Abu Dhabi. Auch die Infrastruktur-Fonds der australischen Bank Macquarie haben Interesse gezeigt. Ein Konsortium aus den kanadischen Pensionsfonds PSP und OTPP sowie dem Staatsfonds GIC aus Singapur ist dagegen aus der Auktion ausgestiegen, wie es in Finanzkreisen heißt.

Um den Kreis potenzieller Bieter zu verbreitern, versucht Tank & Rast-Miteigentümer Terra Firma, die Raststätten als Infrastruktur-Dienstleister zu vermarkten. Mit der Organisation der Auktion beauftragt sind Deutsche Bank und JP Morgan. Da sichere Staatsanleihen westlicher Staaten kaum noch etwas abwerfen, suchen Versicherer und Pensionsfonds händeringend nach solchen Investments.

Tank & Rast betreibt mit seinen Pächtern an deutschen Autobahnen rund 350 Tankstellen und etwa 390 Raststätten. 2013 setzte das Unternehmen 482 Millionen Euro um und fuhr dabei einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 235 Millionen Euro ein. Terra Firma hatte das ehemalige Staatsunternehmen vor elf Jahren für 1,1 Milliarden Euro übernommen und 2007 die Hälfte an die Immobilien- und Infrastruktursparte der Deutschen Bank verkauft. Deutschlands größtes Geldhaus will ebenfalls aussteigen, sagten Insider.

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