Versicherer ACE kauft Rivalen Chubb

Der Versicherungskonzern ACE kauft seinen Rivalen Chubb für 28 Milliarden Dollar. Zudem will ACE seine Abhängigkeit von Versicherungen gegen Naturkatastrophen reduzieren, deren Margen in den vergangenen Jahren vor allem in Nordamerika unter Druck gerieten.

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Der schweizerisch-amerikanische Versicherungskonzern ACE schluckt für 28 Milliarden Dollar den traditionsreichen Rivalen Chubb. Der Schaden- und Unfallversicherer hofft mit der Übernahme mehr wohlhabende Privat- und Firmenkunden zu gewinnen, auf die sich die 1882 gegründete Chubb konzentriert hat. Deshalb soll der fusionierte Konzern auch dessen Namen tragen. Firmensitz bleibt aber Zürich. Zudem will ACE seine Abhängigkeit von Versicherungen gegen Naturkatastrophen reduzieren, deren Margen in den vergangenen Jahren vor allem in Nordamerika unter Druck gerieten, nachdem schwere Erdbeben oder Stürme ausblieben. Zusätzlichem Druck ist die Branche durch Investoren ausgesetzt, die selbst Katastrophenanleihen begeben und den Versicherern damit das Wasser abgraben.

An der New Yorker Börse NYSE stießen die Fusionspläne am Mittwoch auf einhellige Zustimmung: Die Chubb-Aktie schnellte um 33 Prozent auf rund 126 Dollar nach oben, ACE-Papiere legten um 5,8 Prozent auf 107 Dollar zu. ACE bezahlt die Übernahme zur Hälfte in Aktien und in bar. Die Chubb-Anteilseigner sollen 62,93 Dollar je Aktie bekommen und 0,6019 ACE-Aktien. Sie halten damit 30 Prozent an dem fusionierten Unternehmen. Rechnerisch entspricht das Übernahmeangebot einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Schlusskurs der Chubb-Aktie vom Dienstag.
Geführt wird das fusionierte Unternehmen von ACE-Chef Evan Greenberg. Vater Maurice („Hank“) Greenberg hatte über Jahre den in der Finanzkrise vom Staat geretteten Versicherungsriesen AIG gelenkt. Chubb-Chef John Finnegan zieht sich auf einen repräsentativen Posten für den nordamerikanischen Markt zurück.

Die Fusion werde den Konzern in die „Elite der weltweiten Schaden- und Unfallversicherer“ bringen, hieß es in der Mitteilung. ACE und Chubb ergänzten sich, es gebe nur wenige Überschneidungen, sagte Greenberg. Dennoch sollen innerhalb von drei Jahren 650 Millionen Dollar Kosten eingespart werden.

Chubb ist in 25 Ländern aktiv, darunter Deutschland. Das Unternehmen ist hierzulande als ein Anbieter von Haftpflicht-Versicherungen für Manager (D&O), und Policen gegen Entführung und Erpressung bekannt. ACE ist in 54 Ländern vertreten. Das Unternehmen war 1985 von 34 US-Versicherern auf den Cayman Islands gegründet worden, um D&O-Versicherungen anzubieten. 2008 zog ACE nach Zürich um. Zuletzt hatte die Allianz das Privatkundengeschäft ihrer US-Sachversicherungstochter Fireman’s Fund an ACE verkauft.

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