Börse: Dax schließt 0,7 Prozent im Minus

Die Anleger haben vor der Volksabstimmung in Griechenland europäische Aktien gemieden. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 11.099,35 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor ein Prozent auf 3.462,03 Zähler.

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Wenige Tage vor der Volksabstimmung über den wirtschaftlichen Kurs Griechenlands haben die Anleger europäische Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 11.099,35 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 verlor ein Prozent auf 3.462,03 Zähler.

„Niemand will vom Ausgang des Referendums auf dem falschen Fuß erwischt werden“, sagte ein Börsianer. „Da am Freitag zudem die Wall Street geschlossen bleibt, ziehen sich einige Anleger bereits heute zurück.“

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erklärte die Abstimmung am Sonntag zur Schicksalswahl. Ein „Nein“ stelle die Mitgliedschaft Griechenlands in der Euro-Zone in Frage. Nach monatelangem Ringen waren vergangene Woche die Verhandlungen über weitere Hilfen für den hoch verschuldeten Mittelmeer-Anrainer geplatzt. Daraufhin konnte dieser als erster westlicher Staat überhaupt eine Rate an der Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zahlen.

Von europäischen Staatsanleihen trennten sich einige Investoren ebenfalls. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel aus Italien und Spanien auf 2,326 beziehungsweise 2,319 Prozent. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, rutschte um 46 Ticks auf 151,10 Punkte ab.

Am Devisenmarkt drängten die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten die Griechenland-Krise in den Hintergrund. Im Juli wurden außerhalb der US-Landwirtschaft 223.000 neue Jobs geschaffen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 230.000 gerechnet.

Enttäuschend seien zudem die stagnierenden Stundenlöhne, sagte Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM in Deutschland. „Besonders letztere zeigen, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin keineswegs rund läuft.“ Damit sinke der Druck auf die US-Notenbank Fed, noch im laufenden Jahr die Zinsen anzuheben. Bislang gilt bei Börsianern September als wahrscheinlichster Zeitpunkt für die lange erwartet Zinserhöhung. Der Euro verteuerte sich als Reaktion auf die US-Daten um etwa einen halben US-Cent auf 1,1095 Dollar.

Unter den deutschen Aktienwerten erwärmten sich Anleger vor allem für die Versorger. „Das Schreckgespenst der Klimaabgabe ist vom Tisch und die Belastungen durch den Alternativvorschlag erträglich“, urteilte DZ-Bank-Analyst Werner Eisenmann. Daraufhin stiegen die Titel des kohlelastigen Versorgers RWE um fünf Prozent auf 20,30 Euro. Das ist der größte Tagesgewinn seit etwa eineinhalb Jahren. Konkurrent E.ON rückte 1,5 Prozent vor.

An der Stockholmer Börse verbuchten Electrolux mit einem Minus von gut elf Prozent den größten Kurssturz seit vier Jahren. Wegen Bedenken der US-Wettbewerbshüter steht die 3,3 Milliarden Dollar schwere Übernahme der Hausgeräte-Sparte des US-Industriekonzerns General Electric durch die schwedische AEG-Mutter auf der Kippe.

In den USA elektrisierten die Absatzzahlen von Tesla die Anleger. Der Elektroauto-Anbieter verkaufte im zweiten Quartal 11.507 Model S-Fahrzeuge. Damit seien in diesem Zeitraum so viel Wagen abgesetzt worden wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Tesla-Titel stiegen um bis zu fünf Prozent.

 

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