S&P warnt vor Zerbrechen der Eurozone bei Grexit

Ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung würde die gesamte Eurozone in Gefahr bringen, warnt die Ratingagentur Standard & Poor’s. Die Märkte würden das Krisenmanagement der EU in Frage stellen. Die Euro-Retter hatten bisher immer behauptet, Griechenland sei für das Wohlbefinden des Euro unerheblich.

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Die Ratingagentur Standard & Poor’s kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, dass ein möglicher Grexit die Eurozone in Gefahr bringt.

S&P schreibt: Sollte Griechenland die Gemeinschaftswährung verlassen, könnte sich die Dauerhaftigkeit der Währungsunion als falsch erwiesen haben. Dies könnte die grundlegenden Annahmen von zwei Jahrzehnten Wirtschaftspolitik in Frage stellen. Das könnte langfristige Folgen haben, die schwer vorhersehbar sind. Die Märkte könnten sowohl an den institutionellen Regelungen in Europa zweifeln, als auch an der Rolle der öffentlichen Gläubiger und der Wirksamkeit der Überwachung und Durchsetzung der EU-Finanzierungsprogrammen. Das Umfeld wäre weniger berechenbar, die Rechtstreitigkeiten könnten sich vermehren und die grundlegende Verpflichtung zu einer gemeinsamen Währung könnte in Frage gestellt werden. Dies verschärfe die bereits fragile Wirtschaftslage in der Region.

Es gibt aber auch andere Stimmen, die Griechenland unbedingt im Euro halten wollen: Die USA stützen das griechische Finanzsystem, um einen Banken-Crash zu verhindern und Drängen auf ein Einigung.

Doch momentan ist es unwahrscheinlich, dass die griechischen Banken am Montag wieder ihren Betrieb aufnehmen können. Die EZB will erst nächste Woche über eine mögliche Verlängerung der ELA-Notkredite entscheiden. Zudem hat die Ratingagentur Moody‘s nach S&P nun Griechenland ebenfalls herabgestuft.

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