Klare Botschaft an die EU: 61,3 Prozent der Griechen gegen Troika-Kurs

Ersten Auszählungen zufolge hat die Mehrheit der Griechen gegen die Vorgaben der Troika gestimmt. Das Ausmass der Ablehnung ist mit 61,3 Prozent überraschend hoch.

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Die Griechen haben im Referendum die Forderungen der Troika nach ersten Auszählungen überraschend klar abgelehnt. Wie das Athener Innenministerium am Sonntag mitteilte, stimmten nach Auszählung von 93 Prozent der abgegebenen, gültigen Wahlzettel 61,3 Prozent mit «Nein» und 38,7 Prozent mit «Ja».

Damit stärkten die Wähler dem linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras den Rücken, der eine Ablehnung empfohlen hatte. Die griechische Regierung kündigte unmittelbar nach dem Referendum neue Verhandlungen mit den Geldgebern an. Noch am Sonntagabend wolle man substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, erklärte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis im Fernsehen. «Das Mandat (des Volkes) ist klar», sagte Sakellaridis. Tsipras werde sich «sehr schnell bewegen, um den Auftrag des Volkes in die Tat umzusetzen».

Nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse brach im «Nein»-Lager Jubel aus. Nach TV-Berichten strömten Hunderte Anhänger der Ablehnung des neuen Kredit-Programms in Athen auf den Platz vor dem Parlament und feierten.

Die Wahlbeteiligung lag laut Innenminister Voutsis bei 50 Prozent. Damit sind die 40 Prozent locker genommen, die für Verfassungsmäßigkeit notwendig waren.

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