Schwimmende Inselstadt mit unabhängiger Energie-Versorgung

Designer planen den Bau einer schwimmenden Insel-Stadt, die sich komplett selbst versorgen kann. Dabei soll sie sowohl energetisch als auch politisch unabhängig vom Festland sein. Bis zum Jahr 2020 sollen dort hunderte Menschen leben und arbeiten.

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Die schwimmende Inselstadt soll bis zu 300 Einwohner haben und rund 500 Dollar pro Quadratmeter kosten. (Screenshot)

Jede der schwimmenden Inseln soll bis zu 300 Einwohner haben und rund 500 Dollar pro Quadratmeter kosten. (Screenshot)

Das Seasteading Institute will bis zum Jahr 2020 die weltweit erste schwimmende Stadt bauen. The Floating City Project soll ein politisch autonomes Gebiet werden,  wenn auch mit einer starken Beziehung zu einem noch unbekannten „Gastgeberland“. So will die Gruppe aus Meeresbiologen, Schiffsingenieuren und Umweltschützern alternative Regierungsformen und neue Methoden der Landwirtschaft und Energieversorgung ausprobieren. Die schwimmende Gemeinschaft soll Wohnungen, Tourismus, Aquafarming, Parks, Büros und Geschäfte, ein Forschungsinstitut, und ein Kraftwerk für komplett saubere Energie und sauberes Wasser haben, deren Überschuss sogar zurück in das Gastgeberland verkauft werden soll. Sollte das Pilot-Projekt erfolgreich sein, will das Institut eine breitere Besiedlung der Meere vorantreiben.

Der Architektur-Design-Wettbewerb des Instituts ist seit dem 1. Juni abgeschlossen, jetzt hat das Entwicklungsteam angekündigt, das schwimmende Stadt-Projekt gehe in die Projekt-Phase II über. Die erste Phase beinhaltete eine Machbarkeitsstudie, Crowdfunding in Höhe von 27.000 Dollar für das Design und die Identifizierung potenzieller Kunden. Das Team hat verschiedenste Designs begutachtet, das der niederländischen Aquatic-Design-Firma DeltaSync wurde als die praktikabelste Option gehandelt. Sie besteht aus modularen Plattformen, die entweder aus Quadraten oder Fünfecken besteht. Nach dem Konzept können die schwimmenden Plattformen flexibel verbunden und in zahlreichen zweigartigen Strukturen angeordnet werden. Das gesamte Projekt würde für rund 300 Bewohner etwa 167 Millionen Dollar kosten, was einem Quadratmeterpreis von rund 500 Dollar entspräche. Für dieses Modell,das komplett mit Solarenergie betrieben werden soll, wurde der Golf von Fonseca in Zentralamerika ausgesucht. Allerdings seien die Initiatoren in diplomatischen Gesprächen mit zahlreichen potentiellen Gastgeberländern.

Das Team erwägt nun mögliche Standorte für die schwimmende Gemeinschaft, und hat für die Erforschung bereits 2014 eine Gruppe von Architekten und Ingenieuren zu einem „geheimen Ort“ gebracht – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es gab keine öffentlichen Erklärungen dazu, wo die zukünftigen Stadt am Ende gebaut wird, oder welche Nation ihr „Gastgeber“ sein wird.

Das Team hat umfangreiche Forschungen über das Projekt durchgeführt, einschließlich der Identifizierung potenzieller Bewohner aus 67 Ländern und den verschiedensten Einkommensniveaus, die  ein ausführliches Feedback zur Verfügung gestellt haben und die eine starke öffentliche Unterstützung belegen sollen. Auch der PayPal-Gründer und Milliardär Peter Thiel hat bereits 2008 in das Projekt investiert und hat einen Essay verfasst über seine Idee eines schwimmenden Silicon Valley fern von jeder Politik, berichtet das Technologie-Magazin Wired. Allerdings hat Thiel sich inzwischen utopischeren Projekten zugewandt, etwa der Überwindung des Todes, während das Seasteading-Institut mit konkreten Entwürfen in die nächste Projekt-Phase übergeht.

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