Südzucker bremst Gewinnrückgang

Aufgrund sinkender Zuckerpreise ist das Betriebsergebnis von Südzucker im ersten Geschäftsquartal 2015/16 von März bis Ende Mai um 43 Prozent auf 61 Millionen Euro gesunken.

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Die Talfahrt der Zuckerpreise hat den Gewinn des europäischen Marktführers Südzucker nahezu halbiert. Im ersten Geschäftsquartal 2015/16 von März bis Ende Mai schrumpfte das Betriebsergebnis um 43 Prozent auf 61 Millionen Euro, wie das Mannheimer Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit schnitt der Zuckerproduzent aber deutlich besser ab, als von Analysten erwartet. Sie hatten lediglich ein Ergebnis von 46 Millionen Euro prognostiziert. Zudem schrumpfte der Gewinn weniger stark als noch zuletzt. Bei den Anlegern weckte das Hoffnung auf ein Ende des massiven Ergebnisverfalls. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Südzucker-Aktie legte bis zu 2,8 Prozent zu.

Auslöser für den Preisverfall bei Zucker sind die Überproduktion in Europa und höhere Zuckerimporte aus Entwicklungsländern. Im ersten Quartal brockte Südzucker im Hauptgeschäft einen operativen Verlust von 13 Millionen Euro ein. Zuwächse bei der Biosprittochter Cropenergies und im Geschäft mit Tiernahrungs- und Lebensmittelzutaten (Beneo) sowie Tiefkühlpizzen (Freiberger) konnten die Rückgänge nur teilweise ausgleichen. Im vergangenen Geschäftsjahr brach der Betriebsgewinn noch um rund 70 Prozent ein.

Für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 geht Südzucker unverändert von einem operativen Ergebnisrückgang auf 50 bis 150 Millionen Euro nach 181 Millionen Euro im Jahr davor aus. Der Umsatz dürfte auf sechs bis 6,3 Milliarden Euro zurückgehen. Im ersten Quartal lag er bei 1,6 Milliarden. Die sinkenden Einnahmen im Kerngeschäft sind nicht das einzige Problem, das Südzucker belastet: Das Unternehmen sieht sich mit Schadenersatzforderungen seiner Kunden konfrontiert. Hintergrund ist ein Kartellverfahren gegen die drei großen deutschen Zuckerhersteller Pfeifer & Langen, Südzucker und Nordzucker, bei dem die Wettbewerbshüter den Mannheimer Konzern vergangenes Jahr zu einer Strafzahlung von 195,5 Millionen Euro verdonnert hatten. Das Kartellamt hatte den Firmen vorgeworfen, jahrelang Preise abgesprochen zu haben. Das ruft nun deren Kunden auf den Plan, die mit Klagen Schadenersatz erstreiten wollen. Bislang lägen Südzucker drei solcher Klagen vor, sagte ein Sprecher. Ein Schadenersatzverfahren des Bonbon-Herstellers Vivil über 1,3 Millionen Euro war jüngst vertagt worden. Dem Kartellamt zufolge haben bislang über 100 Unternehmen Einsicht in die Akten des Verfahrens beantragt.

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