Sanktionen: Russland-Krise gefährdet Autoindustrie in Europa

Der russische Automarkt wird auch in den kommenden Monaten aufgrund der Sanktionen drastisch schrumpfen. Seit Jahresbeginn ist er bereits um 38 Prozent eingebrochen. Das ist schlimmer, als von Experten befürchtet wurde.

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Der russische Automarkt dürfte in diesem Jahr noch viel stärker schrumpfen als erwartet. Der Unternehmerverband AEB, der europäische Firmen in Russland vertritt, sagte am Mittwoch einen Absatzeinbruch von 36 Prozent auf 1,55 Millionen Fahrzeuge voraus. Bislang lag seine Prognose bei einem Minus von 24,5 Prozent.

Fürs erste Halbjahr gab AEB einen Rückgang von 36,4 Prozent auf gut 782.000 Autos an. 2014 waren die Auslieferungen nach Jahren rasanten Wachstums erstmals wieder gesunken. Ursachen sind die Schwäche der russischen Wirtschaft, die vom gesunkenen Ölpreis getroffen wurde und die Sanktionen des Westens im Zuge der Ukraine-Krise.

Ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Eckehart Rotter, hingegen sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Der russische Light-Vehicle-Markt ging im Zeitraum Januar bis Mai 2015 um 38 Prozent auf 642.000 Neuwagen zurück. Der Anteil Russlands an den gesamten Pkw-Exporten deutscher Hersteller ist mit 1,3 Prozent sehr gering. Und bis Mai haben sich die Exporte nach Russland auf 24.000 Einheiten mehr als halbiert. Für das Gesamtjahr erwarten wir, dass der russische Light-Vehicle-Markt um gut ein Drittel auf 1,6 Millionen Fahrzeuge einbrechen wird. Diese deutliche Marktschwäche spüren natürlich auch deutsche Hersteller, ihr Marktanteil beträgt knapp ein Fünftel.“

Zusätzlich werden die deutschen Autohersteller durch den Börsen-Crash in China belastet. Denn China gilt als der wichtigste Absatzmarkt für BMW, Daimler und Volkswagen. Die drei Autobauer gehörten am Mittwoch mit Kursverlusten von bis zu 2,8 Prozent zu den größten Verlierern im Dax.


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