Unversöhnlich und kalt: Zerstört Angela Merkel die EU?

Angela Merkel hat bei ihrer Ankunft in Brüssel verkündet, es werde keine Einigung um jeden Preis geben. Die Kanzlerin weiß nicht, wovon sie spricht: Der totale Zusammenbruch Griechenlands ist ein Preis, den zu zahlen nicht im Ermessen einer einzigen, uneinsichtigen Politikerin Europas liegen kann.

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Angela Merkels erste Wortmeldung (siehe Video) nach dem Kollaps der Verhandlungen der Euro-Finanzminister zeugt von einem gewissen Todestrieb:

Reuters meldet:

15.18 Uhr – Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet „extrem schwierige“ Verhandlungen der 19 Euro-Regierungsschefs über die Frage, ob Verhandlungen über ein drittes Griechenland-Hilfspaket aufgenommen werden sollen. Eine Einigung um jeden Preis werde es nicht geben.

Merkel sagte, die wichtigste Währung sei verloren – das Vertrauen. Es müsse eine Lösung geben, die mit den Prinzipien der EU vereinbar sei.

Ganz anders klang der griechische Premier Tsipras: Die Staatschefs der Euro-Zone schuldeten Europa einen Kompromiss. Griechenland sei bereit zu einer Einigung.

Auch andere Staatschefs scheinen kapiert zu haben, worum es geht: Der slowenische Regierungschef Miro Cerar sagte, man sollte Griechenland im Euro halten – wenngleich Athen seine Versprechungen einhalten muss. Der Luxemburger Außenminister Jean Asselborn sagte, ein Grexit würde zur Katastrophe führen.

Die Italiener sind empört über Merkel und wollen ihr heute die Leviten lesen.

Auf dem Tisch liegt ein verschärftes Austeritäts-Programm. Man will dem Patienten auf dem Sterbebett Zyankali reichen.

Der ganz und gar nicht linksextreme Wirtschaftsdienst Bloomberg kommt damit zu dem selben Ergebnis wie Gregor Gysi: Er hatte Merkel in seiner brillanten Rede im Bundestag prophezeit, sie werde, wenn sie so weitermache, als die Zerstörerin des Euro in die Geschichte eingehen.

Bloomberg zeigt, warum Merkel von Wirtschaft nichts versteht, und wie sie mit der Attitüde der Zuchtmeisterin Europas die EU in den Abgrund führen könnte. Die lesenswerte, knallharte Bloomberg-Analyse in einer Zusammenfassung – hier.

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