EZB kämpft gegen Ansteckung in Bulgarien und Rumänien

Um zu verhindern, dass die Vermögenswerte der Tochtergesellschaften der vier großen Banken Griechenlands in Bulgarien und Rumänien beschlagnahmt werden, genehmigt die EZB geheime Kreditlinien. So soll vermieden werden, dass ein drastischer Kapitalverlust der Mutterhäuser in Griechenland eintritt.

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Die Europäische Zentralbank hat geheime Kreditlinien für Bulgarien und Rumänien eingerichtet. Hintergrund ist, dass die Aufsichtsbehörden in diesen Ländern nicht den Stecker für die Tochtergesellschaften griechischer Banken ziehen. Dies berichtet die Financial Times.

Die vier großen Banken Griechenlands, die Piräus-Bank, National Bank of Greece die Eurobank und Alpha Bank besitzen erhebliche Vermögenswerte in Mittel- und Osteuropa. Wenn diese Vermögenswerte von den jeweiligen örtlichen Aufsichtsbehörden beschlagnahmt würden, müssten die Stammhäuser in Griechenland einen sofortigen und drastischen Kapitalverlust hinnehmen. Dies würde Griechenlands heimischem Finanzsystem einen gewaltigen Schlag versetzen, just in dem Moment wo das Land darum kämpft, ein neues Kreditpaket zu erhalten.

Offenbar geht es um spezielle „Swap“-Absprachen oder bilaterale Kreditlinien für Rumänien und Bulgarien, um zu gewährleisten, dass die dortigen Tochtergesellschaften der griechischen Banken über die EZB Zugang zu Finanzausstattungen während der Krise erhalten. Um welche Summen es sich handelt, ist nicht bekannt. Bisher hatte die EZB die Einrichtung solcher „Swaps“ bzw. Kreditlinien veröffentlicht.

Die EZB hat auf Anfrage jeden Kommentar verweigert. Jedoch bestätigte ein Beamter die Existenz dieser Maßnahmen und erklärte, sie wären eingerichtet worden um zu verhindern, dass die nationalen Zentralbanken (in Rumänien und Bulgarien) „voreilig“ irgendetwas tun und die Zentralbanken dahingehend zu beruhigen, dass die EZB der „lender of last resort“ (der Kreditgeber der letzten Instanz) sei, falls die dortigen griechischen Bankfilialen in Schwierigkeiten geraten.

Die EZB überwacht auch die Situation in allen Balkanländern, wo die griechische Banken Filialen unterhalten durch tägliche Telefonkonferenzen. Die Liste enthält auch Albanien, Mazedonien und Serbien. Den griechischen Mutterbanken machen vor allem die faulen Kredite zu schaffen, die sich inzwischen auf geschätzte 100 Milliarden Euro belaufen.  Seit Anfang Juli sind in Griechenland die Banken geschlossen. Es wurden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um ein weiteres Ausbluten der Geldhäuser zu verhindern. Der Zahlungsverkehr ins Ausland ist gestoppt. Die EZB hatte am Donnerstag einer Erhöhung der ELA-Kredite um 900 Millionen Euro auf nun knapp 91 Milliarden Euro zugestimmt. Die Kapitalverkehrskontrollen bleiben bis auf weiteres in Kraft. Aus Geldautomaten können derzeit nur 60 Euro pro Tag gezogen werden, bisweilen liegt die Summe auch darunter.

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