Kampf der Giganten: US-Investor Icahn attackiert Blackrock frontal

Der weitreichende Abzug durch Anleger beim Vermögensverwalter Blackrock hat vor allem Indexfonds für Profi-Aktionäre getroffen. Nun wird vor Blackrocks Praktik, ETF in großen Mengen zu verkaufen, und einem Platzen der Junk-Bond-Blase gewarnt.

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Um Bargeld zu horten, haben Anleger im zweiten Quartal unter dem Strich fast 37 Mrd. Dollar beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock (4,8 Bio. Dollar Gesamtvermögen) abgezogen. Betroffen waren vor allem Index-Fonds für Profi-Anleger. Damit reagierten Anleger auf die teils heftigen Ausschläge an den Finanzmärkten. Dies nahm Großinvestor und Aktionärsaktivist Carl Icahn zum Anlass, um auf einer Investorenkonferenz in New York gegen Blackrock-Chef Laurence Fink, der ebenfalls zugegen war, loszupoltern. Medienberichten zufolge bezeichnete er Blackrock als eine „extrem gefährliche“ Firma, die durch die Förderung von Anleiheemissionen eine „extrem gefährliche“ Situation schaffe. Er begründete diese Einschätzung mit dem Übergewicht von börsennotierten Anleihefonds, die Blackrock verkauft. Diese sogenannten ETFs seien illiquide und überbewertet, sagte Icahn weiter.

Seine Befürchtung: Die Junk-Bond-Blase könne platzen, sobald die Zinsen steigen. Denn dann hätten Investoren, die in den verwandten ETFs investiert sind, auf der anderen Seite keine Käufer für diese Produkte. Blackrock-Chef Larry Fink, der davon ausgeht, dass die US -Notenbank die Zinsen im September anhebt, war natürlich anderer Meinung. Seiner Ansicht nach würden steigende Zinsen die Kreditnachfrage schüren. Derweil können die weltweit tätigen Vermögensverwalter aufatmen. Anders als im Fall von führenden Banken und Versicherungen, für die scharfe Sonderregeln gelten, hält der internationale Stabilitätsrat Fondsgesellschaften nicht für gefährlich, nur weil sie besonders groß sind. Damit sehen die Finanzmarktaufseher keine Bedrohung durch einen Kollaps einer großen Fondsgesellschaft für das Weltfinanzsystem.

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