Börsen-Crash in China belastet auch die Wall Street

Der größte Tagesverlust seit mehr als acht Jahren an den Börsen der Volksrepublik belastete am Montag auch die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Verlust von 0,7 Prozent bei 17.440 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 17.399 und 17.561 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 2067 Zähler.

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Der erneute Kurssturz in China hat am Montag auch die Wall Street belastet. Der größte Tagesverlust seit mehr als acht Jahren an den Börsen der Volksrepublik verunsicherte die Anleger. „Shanghai ist momentan ein künstlicher Markt, der auf staatliche Hilfe angewiesen ist“, sagte Andy Sullivan, Portfolio-Manager bei der GL Financial Group. Die Anleger an den US-Börsen seien wegen der Sorgen um die Weltkonjunktur bereits Ende voriger Woche nervös geworden.

Die Regulierungsbehörde in weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft versicherte zwar, auch weiterhin den Markt stützen zu wollen. Experten zeigten sich jedoch skeptisch, ob damit der Ausverkauf gestoppt werden kann. Immer noch seien zahlreiche Aktien vom Handel ausgenommen, sagte Randy Frederick, Experte bei Charles Schwab. Zudem seien weitere Beschränkungen in Kraft, der Handel sei weder frei noch für alle Investoren offen. „Ich denke nicht, dass sich der Markt stabilisiert, bis diese Einschränkungen aufgehoben werden.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Verlust von 0,7 Prozent bei 17.440 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 17.399 und 17.561 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 2067 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab knapp ein Prozent auf 5039 Stellen nach. Die Entwicklung in China hatte zuvor schon an den anderen Börsen für Unruhe gesorgt. Der Dax schloss fast 2,6 Prozent schwächer bei 11.056 Punkten – das ist der größte Tagesverlust seit vier Wochen.

In der derzeit laufenden US-Berichtssaison übertraf gut die Hälfte der Firmen die Erwartungen der Analysten. Fachleuten reicht das aber nicht aus. Zudem sind die Aktien vergleichsweise teuer: Im S&P 500 sind die Firmen mit durchschnittlich dem 16,9-fachen Jahresgewinn bewertet, der langjährige Schnitt liegt bei 14,7. „Die Bewertungen bereiten derzeit Sorgen“, sagte Frederick. „Wenn wir anhaltende Kursgewinne sehen wollen, dann muss der Umsatz der Unternehmen zulegen, und das ist derzeit nicht in Sicht.“

Für Aufsehen sorgte die 40 Milliarden Dollar schwere Übernahme der Generikasparte von Allergan durch die israelische Ratiopharm-Mutter Teva. Allergan-Papiere gewannen 6,1 Prozent an Wert, die in New York gehandelten Aktien von Teva 16,4 Prozent. Um 14,5 Prozent nach unten ging es indes für Mylan, denn Teva zog seine ebenfalls 40 Milliarden Dollar schwere Offerte das Unternehmen zurück.

Auf den Verkaufslisten der Anleger standen auch Papiere von Fiat Chrysler, die sich um 4,9 Prozent verbilligten. Der Autobauer wurde wegen seiner Rückrufpolitik zu einer Rekordstrafe von 105 Millionen Dollar verurteilt. An der New York Stock Exchange wechselten rund 920 Millionen Aktien den Besitzer. 825 Werte legten zu, 2256 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 813 im Plus, 1994 im Minus und 137 unverändert.

Im Zuge der Abschläge am Aktienmarkt waren Anleihen als „sicherer Hafen“ gefragt. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 11/32 auf 99-05/32. Sie rentierten mit 2,219 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 12/32 auf 101-9/32 und hatten eine Rendite von 2,935 Prozent.

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