China will durch Aktien-Käufe den Crash an den Börsen stoppen

Die Regierung in Peking will den Crash an den Börsen durch Zukäufe von Aktien stoppen und „bösartige Leerverkäufe“ unterbinden. Der Einbruch der Kurse hat am Montag auch die Börsen in Frankfurt und in New York unter Druck gebracht.

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Die chinesische Regierung will mit zusätzlichen staatlichen Maßnahmen einen weiteren Einbruch am Aktienmarkt verhindern. Man werde die Börse mit Zukäufen stabilisieren, teilte der Marktregulierer des Landes am Montagabend (MESZ) mit. Gerüchte, wonach man sich dort zurückziehe, seien falsch. Zudem werde man verstärkt gegen Marktteilnehmer vorgehen, die „bösartig Leerverkäufe auf Aktien“ vornähmen und damit auf fallende Kurse setzten. Schon jetzt liegen Börsengänge in China auf Eis, bei etwa 40 Prozent der börsennotierten Firmen ist der Handel mit deren Aktien ausgesetzt.

Das verhinderte zu Wochenbeginn den größten Kurssturz seit mehr als acht Jahren allerdings nicht. Die Leitindizes der wichtigen Börsen in Shanghai und Shenzhen brachen um je 8,5 Prozent ein. Der Ausverkauf, der in der zweiten Junihälfte begonnen hatte, scheint sich damit trotz massiver Gegenmaßnahmen der Regierung fortzusetzen. Gut 1500 Aktien – zwei Drittel aller Werte – stürzten um die täglich maximal möglichen zehn Prozent ab. Dazu gehörten auch Schwergewichte wie der Mobilfunker China Unicom, Bank of Communications oder der Ölkonzern PetroChina.

Die Kursverluste setzten auch den anderen Börsenplätzen weltweit zu. So verlor der Deutsche Aktienindex knapp 2,6 Prozent, das ist das größte Minus seit vier Wochen.

Der Crash in China hat am Montag auch die Wall Street ins Minus gezogen. Der größte Tagesverlust seit mehr als acht Jahren an den Börsen in der Volksrepublik verunsicherte die Anleger. „Shanghai ist momentan ein künstlicher Markt, der auf staatliche Hilfe angewiesen ist“, sagte Andy Sullivan, Portfolio-Manager bei der GL Financial Group. Die Anleger an den US-Börsen seien wegen der Sorgen um die Weltkonjunktur bereits Ende voriger Woche nervös geworden.

Die Regulierungsbehörde in China versicherte zwar, auch weiterhin den Markt stützen zu wollen. Experten zeigten sich jedoch skeptisch, ob damit der Ausverkauf gestoppt werden kann. Immer noch seien zahlreiche Aktien vom Handel ausgenommen, sagte Randy Frederick, Experte bei Charles Schwab. Zudem seien weitere Beschränkungen in Kraft, der Handel sei weder frei noch für alle Investoren offen. „Ich denke nicht, dass sich der Markt stabilisiert, bis diese Einschränkungen aufgehoben werden.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im Verlauf 0,8 Prozent im Minus bei 17.423 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,6 Prozent auf 2066 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab rund ein Prozent auf 5038 Stellen nach. Die Angst vor einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft hatte zuvor schon an den europäischen Börsen für Unruhe gesorgt. Der Dax schloss fast 2,6 Prozent schwächer bei 11.056 Punkten – das ist der größte Tagesverlust seit vier Wochen.

In der derzeit laufenden US-Berichtssaison übertraf gut die Hälfte der Firmen die Erwartungen der Analysten. Fachleuten reicht das aber nicht aus. Zudem sind die Aktien vergleichsweise teuer: Im S&P 500 sind die Firmen mit durchschnittlich dem 16,9-fachen Jahresgewinn bewertet, der langjährige Schnitt liegt bei 14,7. „Die Bewertungen bereiten derzeit Sorgen“, sagte Frederick. „Wenn wir anhaltende Kursgewinne sehen wollen, dann muss der Umsatz der Unternehmen zulegen, und das ist derzeit nicht in Sicht.“

Für Aufsehen sorgte die 40 Milliarden Dollar schwere Übernahme der Generikasparte von Allergan durch die israelische Ratiopharm-Mutter Teva . Allergan-Papiere gewannen sieben Prozent an Wert, die in New York gehandelten Aktien von Teva fast zwölf Prozent. Um fast 15 Prozent nach unten ging es dagegen für Mylan, denn Teva zog seine ebenfalls 40 Milliarden Dollar schwere Offerte für Mylan zurück.

Auf den Verkaufslisten der Anleger standen ebenfalls die Papiere von Fiat Chrysler, die sich fast sechs Prozent verbilligten. Der Autobauer wurde wegen seiner Rückrufpolitik zu einer Rekordstrafe von 105 Millionen Dollar verdonnert.

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