Gerresheimer begeistert Anleger mit Zukauf in den USA

Der Verpackungshersteller Gerresheimer akquiriert die US-Firma Centor, den Weltmarktführer für spezielle Medikamentverpackungen. Durch den Kauf, der vollständig durch Fremdkapital finanziert wird, eine Erweiterung des Produktportfolios und eine Stärkung der Gewinne in den USA.

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Der Verpackungshersteller Gerresheimer kauft von Finanzinvestor Montagu den US-Pharmazulieferer Centor und stemmt damit die mit Abstand größte Übernahme seiner 150-jährigen Firmengeschichte. Der Kaufpreis betrage umgerechnet 655 Millionen Euro, teilte Gerresheimer am Dienstag mit. „Centor ist der sehr profitable Marktführer im Endkundenmarkt für Kunststoffverpackungen und Verschlüsse für verschreibungspflichtige Medikamente“, sagte Konzern-Chef Uwe Röhrhoff. Damit passe die Firma ideal zu Gerresheimer und erweitere das Produktangebot in den USA. Er erwarte, dass sich der Zukauf auch für die Aktionäre auszahlen wird.

Bei den Anlegern sorgte die Nachricht für Freude: Der MDax-Wert schnellte um über 15 Prozent auf 64,50 Euro und markierte damit ein Rekordhoch. Auch wenn der Kaufpreis nicht niedrig sei, seien die Gewinnaussichten vielversprechend, kommentierte ein Händler. Berenberg-Analyst Scott Bardo bezeichnete den Deal in einem Kommentar als einen klugen Schachzug – sowohl finanziell als auch strategisch. Mit dem Kauf von Centor könnne Gerresheimer den Ausbau seines Geschäfts in den USA vorantreiben.

Nach der Zustimmung der Kartellbehörden will Röhrhoff die Übernahme im vierten Quartal unter Dach und Fach bringen. Der Kaufpreis werde vollständig durch Fremdkapital finanziert und versteht sich ohne Barmittel und Schulden. Über deren Höhe machte Röhrhoff zunächst keine Angaben.

Der Gerresheimer-Vorstand will seit Jahren in den USA zukaufen. Wie Reuters Anfang Juli von Insidern erfuhr, hatte der Londoner Finanzinvestor Montagu Private Equity seine Tochter Centro ins Schaufenster gestellt. Centor mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro ist Teil des Geschäftes, das Montagu im vergangenen Jahr von der britischen Rexam für über 700 Millionen Euro erworben hatte.

Die Transaktion wird sich nach Angaben des Managements bereits im kommenden Jahr positiv auf den Gewinn je Aktie auswirken. 2018 soll die bereinigte operative Gewinnspanne (Ebitda-Marge) rund 22 (bisherige Prognose: 20) Prozent betragen. In den Jahren 2016 bis 2018 soll das durchschnittliche organische Umsatzwachstum bei vier bis fünf (vier bis sechs) Prozent liegen.

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