Baustoff-Riese HeidelbergCement kauft Italcementi

Der deutsche Baustoff-Konzern HeidelbergCement will seinen italienischen Rivalen Italcementi für 6,6 Milliarden Euro übernehmen. Italcementi ist weltweit in 22 Ländern tätig und ist neben Italien vor allem in den USA, Kanada, Frankreich tätig.

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Die Aktie des Baustoffkonzerns HeidelbergCement lag am Mittwochnachmittag bei 66,16 Euro. (Grafik: ariva.de)

Die Aktie des Baustoffkonzerns HeidelbergCement lag am Mittwochnachmittag bei 66,16 Euro. (Grafik: ariva.de)

Der deutsche Baustoffriese HeidelbergCement verteidigt mit der Übernahme des italienischen Marktführers Italcementi seine Position als größter Lieferant so genannter Zuschlagstoffe wie Sand und Kies. Die Baustoffkonzerne messen ihre Größe nicht am Umsatz, sondern an den Produktionskapazitäten der verschiedenen Sparten.

Die Übernahme soll einen Wert von 6,6 Milliarden Euro haben, berichtet FINANCE. HeidelbergCement meldet in einer Mitteilung, dass die Übernahme eine „einzigartige Chance“ sei, „das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen“. „Kein anderes Unternehmen der Branche ergänzt unser operatives Geschäft so gut wie Italcementi“, so Heidelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele.

Italcementi ist weltweit in 22 Ländern tätig und verfügt nach Angaben von HeidelCement vor allem in Frankreich, Italien, den Vereinigten Staaten und in Kanada über eine starke Marktposition.

Nachfolgend ein Überblick zu den größten Fünf des von vielen kleinen Firmen geprägten Marktes:

Zement: LafargeHolcim ist Weltmarktführer mit einer Produktionskapazität von 390 Millionen Tonnen, gefolgt von HeidelbergCement/Italcementi künftig mit 200 Millionen Tonnen. Etwa die Hälfte davon erreicht die drittplatzierte Cemex aus Mexiko.

Zuschlagstoffe: Bei Sand, Kies und Split liegen die drei größten Konzerne nah beieinander. Heidelberg hat mit 275 Millionen Tonnen die Nase vorn, LafargeHolcim und die irische CRH liegen dicht dahinter mit zehn bis 15 Millionen Tonnen weniger Kapazität.

Fertigbeton: Auch hier ist die Spanne der Volumina nicht groß. HeidelbergCement wird mit 49 Millionen Tonnen die Nummer drei hinter Marktführer LafargeHolcim und der Cemex.

Regionale Schwerpunkte: Der neue Branchenriese LafargeHolcim ist in 90 Ländern vertreten und hat 115.000 Mitarbeiter. Auf dem Globus gibt es nur wenige Regionen, in denen die Frankoschweizer keine Zementwerke, Steinbrüche oder Betonwerke betreiben. Zu diesen blinden Flecken gehören Skandinavien, West- und Ostafrika sowie Südosteuropa.

HeidelbergCement wird zusammen mit Italcementi in mehr als 60 Ländern aktiv sein, vor allem auf der Nordhalbkugel von Amerika bis Asien. Mit den knapp 18.000 Italcementi-Beschäftigten wächst das Personal auf 63.000. Der mexikanische Anbieter Cemex hat seinen Schwerpunkt in Nord- und Südamerika, ist mit seinen 44.000 Arbeitnehmern aber auch in Nordeuropa präsent und liefert in mehr als 50 Ländern.

Der irische Konzern CRH fokussiert sich auf Nordamerika sowie West- und Nordeuropa. Baukunden finden ihn in 34 Ländern. Die Iren haben mit 76.000 Mitarbeitern verhältnismäßig viele Beschäftigte, da sie noch Service- und Spezialprodukte anbieten.

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