Merkel in der Klemme: IWF steigt aus Griechenland-„Rettung“ aus

Das Board des IWF hat beschlossen, sich nicht an der nächsten Kredit-Runde für Griechenland zu beteiligen. Die Schulden seien zu hoch, die Implementierung der „Reformen“ erfolge nicht ausreichend. Damit steht die auf dem Krisen-Gipfel beschlossene „Rettung“ auf der Kippe.

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Das Board des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat am Mittwoch beschlossen, bei der nächsten Kredit-Runde für Griechenland nicht mitzuwirken. Wie die FT in Erfahrung gebracht hat, verweigerte das Board die Ausreichung neuer Kredite an Athen, weil die Schulden des Landes zu hoch seien und die griechische Regierung die von der Troika verlangten Reformen nur unzureichend umsetze. Der IWF werde sich zwar an den laufenden Bailout-Verhandlungen beteiligen. Doch über einen neuen Kredit werde man erst in einigen Monaten entscheiden. Die FT hat Einblick in ein vierseitiges, „streng geheimes“ Dokument erhalten. Darin sagt der IWF, dass man zwar die Verhandlungen weiter begleiten werde, um zu sehen, ob der neue Deal den strengen Regeln des IWF entspreche.

Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen: Der IWF wird sich damit definitiv nicht an einem „staff level agreement“ beteiligen, welches die Grundlage für einen neuen Kredit ist. Man wolle prüfen, ob man in der „Phase 2“ der nächsten „Rettung“ in die Verhandlungen über ein solches Agreement eintreten möchte.

Der deutsche Vertreter im IWF bedauerte die Entscheidung und sagte laut FT, Deutschland hätte sich gewünscht, der IWF würde seine Kredit-Entscheidung „parallel“ zu der der Euro-Retter treffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach dem Brüsseler Gipfel verkündet, dass es ein ESM-Kredit-Programm nur geben werde, wenn der IWF an Bord ist. Anders als der IWF es fordert, lehnt Merkel einen Schuldenschnitt für Griechenland ab.

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