Grotesk: US-Rüstungsindustrie finanziert Clooneys Anti-Kriegs-Kampagne

Eine von George Clooney gegründete Initiative will Kriegsprofiteure in afrikanischen Krisengebieten aufzudecken. Der Organisation geht es um fünf Länder, in denen auch Washington starke geostrategische Interessen hat. Mitfinanziert wird die Initiative ausgerechnet von den beiden größten US-Waffenproduzenten – Lockhheed-Martin und Boeing.

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Hollywood-Schauspieler George Clooney hat eine Initiative gegründet, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Kriegsprofiteure Afrikas aufzudecken. Clooney hat sich für diesen Anlass mit dem Menschenrechtsaktivisten John Prendergast zusammengeschlossen. Die Initiative namens „The Sentry“ (Engl.: „Die Wache“) soll die Finanzströme in und aus afrikanischen Krisengebieten analysieren und will Politikern dadurch ein Werkzeug für effektive Entscheidungen an die Hand geben. Die Initiative wird sich zunächst nur auf die fünf Krisenregionen Süd-Sudan, Sudan, Somalia, Zentralafrikanische Republik und die Demokratische Republik Kongo konzentrieren.

Ziel der Initiave sei es, die „Netzwerke aus Tätern und Unterstützern zu zerschlagen, die Afrikas tödlichste Konflikte finanzieren und davon profitieren“, so eine offizielle Stellungnahme der Organisation. Mithilfe von Feldforschung und akribischer Datenanalyse will „The Sentry“ dabei aufdecken, wie die Konflikte finanziert und wo die Profite hingeschleust werden. So wollen Clooney, der mehrfach öffentlich auf den Dafur-Konflikt im Sudan aufmerksam machte, und Prendergast den „Kriegsprofiteuren die Erträge ihrer Verbrechen vorenthalten“, berichtet der Guardian.

„Ein echter Durchbruch für den Frieden und die Menschenrechte wird erst erreicht werden, wenn die Leute, die vom Krieg profitieren, einen Preis für den Schaden zahlen, den sie anrichten“, so Clooney in einer Stellungnahme. „Mr. Clooney hofft, dass er seine Popularität einmal mehr in den Dienst der Menschen des Süd-Sudan stellen kann, auch wenn dies bedeutet, die unrechtmäßig-erworbenen Profite und Versorgungsnetzwerke ihrer Anführer aufzudecken“ zitiert Al-Jazeera eine Sprecherin der Initiative.

Der erste Bericht von „The Sentry“ befasst sich mit der Lage im Süd-Sudan und liest sich wie eine Anleitung zum Regimewechsel. Dort wird der Bürgerkrieg verkürzend als ein „Wettstreit zwischen der Elite des Landes um Geld und Einfluss“ beschrieben. Die Konfliktparteien würden dabei um „ein kleptokratisches Regime, dass beinahe alle profitablen Bereiche der Wirtschaft kontrolliert“ kämpfen. Mitbegründer John Prendergast ist der Ansicht, dass „konventionelle Werkzeuge der Diplomatie“ versagt hätten und nun „neue Ansätze darauf abzielen müssen, wie man Krieg kostspieliger machen kann als Frieden“. So könnten die Profiteure des Konflikts durch die Arbeit von „The Sentry“ gezielter mit Sanktionen bestraft und ihre Vermögenswerte im Ausland eingefroren werden.

Sollte all dies nicht den gewünschten Effekt erzielen, seien auch „militärische Mittel als letzte Option“ denkbar, wie Prendergast auf einer Debatte an der Columbia Universität bereits 2009 darlegte. Sein Gegner in der damaligen „Dafur-Debatte“, der Professor für Politik- und Afrika-Wissenschaften Mahmood Mamdani, sieht im Sudan auch geopolitische Interessen am Werk. China sei mit rund 8,5 Milliarden Dollar im Erdöl-Sektor des Sudan investiert und der Konflikt sei in Teilen zu einem „anhaltenden Resourcenkampf zwischen den USA im Tschad und China im Sudan“ geworden. Tatsächlich kollidieren US-Interessen in Afrika immer häufiger mit denen Chinas. So begann China in vielen afrikanischen Ländern mit dem Aufbau von Infrastruktur und Entwicklungsprojekten und erwarb im Gegenzug Förderlizenzen für Rohstoffe wie Öl, Gold und Uran. Die Amerikaner reagierten daraufhin mit verstärkter Truppenpräsenz in vielen afrikanischen Ländern.

Kritiker der neuen Initiative wie der Friedensaktivist David Swanson werfen Clooney daher vor, sich für die außenpolitischen Zwecke der US-Regierung einspannen zu lassen. Sowohl Clooney, als prominentes Mitglied des Council on Foreign Relations, als auch Prendergast, der zuvor für den US National Security Council tätig war, pflegen enge Beziehungen zu Vertretern der US-Politik. Auch ihre neueste Initiative ist Teil des 2007 gegründeten „The Enough Project“, das wiederum zum politischen Think Tank „Center for American Progress“ gehört. Zu den größten Sponsoren der in Washington ansässigen Denkfabrik zählen die beiden größten US-Waffenhersteller Lockheed-Martin und Boeing, wie The Nation unter Berufung auf interne Dokumente berichtet. Es liegt nahe, dass der Think Tank die Interessen der US-Rüstungsindustrie bei seinen Projekten berücksichtigt.

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