Ukraine: Behörden konfiszieren Bernstein von Pleite-Firma

Ukrainische Behörden haben 2,5 Tonnen an Bernstein konfisziert. Die Edelsteine soll die insolvente Firma Ukrburschtyn illegal abgebaut haben. Doch die Firma bestreitet den Vorwurf und fordert die unverzügliche Herausgabe der Bernstein-Vorräte.

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Mehr als 2,5 Tonnen illegal abgebauten Bernstein im Wert von rund 2,7 Millionen Euro hat die ukrainische Polizei beschlagnahmt. Das teilte Innenminister Arsen Awakow am Dienstag mit. Wegen der Wirtschaftskrise in der Ukraine nahm der illegale Abbau von Bernstein in den Waldgebieten der nordwestlichen Regionen Wolhynien, Riwne und Schytomyr stark zu, meldet die dpa. Berichten zufolge werden in der Ukraine jährlich etwa 150 Tonnen der Schmucksteine aus fossilem Harz gefördert. Davon werden nach Behördenangaben aber nur drei bis vier Tonnen legal gewonnen, berichtet Ukrinform.

Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kündigte an, der Staat solle den Abbau stärker kontrollieren. Dies würde der von der Pleite bedrohten Ex-Sowjetrepublik umgerechnet rund 40 Millionen Euro an Steuereinnahmen bringen. Drei Gesetzentwürfe seien aber bereits im Parlament gescheitert.

Die insolvente ukrainische Firma Ukrburschtyn erhebt Anspruch auf die konfiszierten Bernstein-Vorräte. „Wir werden vor Gericht gehen, um das Rohmaterial zurückzubekommen“, sagte die Insolvenzverwalterin des Unternehmens Ukrburschtyn, Jelena Lewkowitsch, am Mittwoch in Kiew. Die Behörden wollen die Steine versteigern, um die Staatskasse des pleitebedrohten Landes zu füllen. Berichten zufolge werden in der Ukraine große Mengen des bräunlichen Schmucksteins ohne Lizenz gefördert. Bei Kontrollen der Polizei kam es zuletzt mehrfach zu Gewalt mit Festnahmen und Verletzten.

Der beschlagnahmte Bernstein hätte nach einer Expertise verkauft werden sollen, um Schulden des Unternehmens zu tilgen, sagte Lewkowitsch. Die staatliche Bernsteinfirma Ukrburschtyn hat 2003 Konkurs angemeldet und wird saniert.

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