Schweizerische Nationalbank verzockt sich mit Apple-Aktien

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im großen Stil Apple-Aktien gekauft. Der jüngste Kurs-Sturz hat der SNB etwa 90 Millionen Dollar Verlust beschert. Das Beispiel zeigt, wie riskant es für die Steuerzahler werden könnte, wenn sich Zentralbanken auf einmal wie Hedge-Fonds gerieren.

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Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat bisher 1,22 Milliarden Dollar in Aktien des US-Technologiekonzern Apple investiert. Die Anzahl der gehaltenen Apple-Aktien stieg von 8,9 auf 9,4 Millionen Stück. Alleine im ersten Quartal 2015 wurden 3,3 Millionen Aktien – davon 500.000 im Juni – erworben. Das geht aus Daten der US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Der Kurs der Apple-Aktien (AAPL) lag per Ende Juni bei 125,43 Dollar, meldet Bloomberg. Am Mittwoch lag der Kurs nur noch bei 115,40 Dollar. Die SNB hat somit innerhalb von nur fünf Wochen etwa 90 Millionen Dollar verloren. Allerdings hatten die Aktien des Technologiekonzerns in den vergangenen zwei Jahren um 70 Prozent zugelegt.

Im US-Aktienportfolio der SNB befindet sich an zweiter Stelle Exxon Mobil. Darauf folgen Johnson & Johnson, Microsoft, Procter & Gamble und Verizon. Bisher hat die Nationalbank in insgesamt über 2.500 Firmen investiert, berichtet Apple Insider. Das Volumen des US-Aktienportfolios der Nationalbank beträgt 38,6 Milliarden Dollar. Die Devisenreserven belaufen sich auf 526 Milliarden Dollar.

Tatsächlich sind die Aktien-Ankäufe von Zentralbanken höchst problematisch: Sie setzen die Steuerzahler einem unkontrollierten Risiko aus. Auch die angebliche Diversifizierung hilft wenig: Wenn die Märkte, wie Marc Faber vermutet, jederzeit um 20 Prozent einbrechen können, ist das gesamte Portfolio betroffen. Vor allem aber stellt sich die Frage, warum mit dem künstlichen Geld der Zentralbanken Blasen aufgepumpt werden müssen. Die Nachfrage nach Aktien sollte sich nach dem Bedürfnis richten, dass Käufer haben. Im Kern ist der Ankauf von Aktien durch die Zentralbanken nichts anderes als Manipulation auf höchstem Niveau. Eine vernünftige Preisbildung wird durch die Interventionen unmöglich. Die Börse verkommt zum Kasino.

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