Aareal Bank: Wettbewerb bei Gewerbe-Immobilien verschärft sich

Die Immobilienbank Aareal hat die jüngsten Übernahmen von Corealcredit und WestImmo planmäßig integriert. Dank des größeren Kreditportfolios hat sich den Quartalsgewinn auf 233 Millionen Euro vervielfacht. Dennoch wolle man wegen des wachsenden Margendrucks künftig weniger Kredite ausgeben.

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Die Immobilienbank Aareal ist dabei, ihre jüngsten Zukäufe gut zu verdauen. Die Einbindung der Corealcredit sei abgeschlossen, die Westimmo werde voraussichtlich bis Jahresende technisch integriert, sagte Vorstandschef Wolf Schumacher am Dienstag. Die Einkaufstour katapultiert das Institut auf neue Höhen: Im zweiten Quartal stieg der Betriebsgewinn stärker als erwartet auf 233 Millionen Euro. Auf bereinigter Basis standen immer noch 79 (Vorjahr: 65) Millionen Euro zu Buche. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Weil inzwischen so viel Geld im Markt ist, stehen Banken, Versicherer und Fonds Schlange, um Investoren Finanzierungen anzubieten. „Die gewerbliche Immobilie ist total en vogue“, fasste es Schumacher zusammen. „Aber das alles führt dazu, dass wir einen größeren Druck auf die Margen verzeichnen.“ Deshalb schaltet er im Neugeschäft einen Gang zurück.

Bei den Anlegern sorgte das für schlechte Laune. Mit einem Minus von gut zwei Prozent zählte die Aareal-Aktie zu den größten Verlierern im Nebenwerteindex MDax.

Dank des rasanten Wachstums der vergangenen anderthalb Jahre kann es sich die Aareal leisten, weniger neue Darlehen auszugeben, wenn ihr die Konditionen nicht passen. Denn mit der Übernahme der kleineren Rivalen Corealcredit und WestImmo ist das Kreditportfolio ohnehin deutlich gewachsen. Im gestiegenen Zinsüberschuss spiegele sich die aktuelle Marktsituation deshalb auch noch nicht wider, erklärte Schumacher. Insgesamt kam die Aareal im ersten Halbjahr auf ein Neugeschäft von 3,6 (4,2) Milliarden Euro, im Gesamtjahr sollen es weiter sechs bis sieben Milliarden werden. Finanzierungen werden von der Aareal vorzugsweise in den boomenden Märkten Westeuropa und Nordamerika ausgereicht. Üblicherweise gibt es bei Hypothekenbanken einen Jahresendspurt.

Auch zum Gewinnziel steht Schumacher: Angepeilt wird ein Betriebsergebnis von 400 bis 430 Millionen Euro – ein leichter Rückgang, der den Integrationskosten geschuldet ist. Die zu Jahresbeginn bekannt gegebene WestImmo-Transaktion wurde Ende Mai abgeschlossen. Jetzt geht es an die Umsetzung: Um Überlappungen im ausländischen Standortnetz zu vermeiden, schließt die WestImmo ihre Niederlassungen in Madrid, Paris, London, Warschau und New York. Am Hauptsitz Mainz soll der Betrieb für mindestens drei Jahre aufrechterhalten werden.

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