Anleger unter Druck: Versicherer investierten verstärkt in Immobilien

Immobilien bleiben bei Investoren eine beliebte Assetklasse. Versicherungen wollen nun Kapitalanlagen in Immobilien weiter erhöhen. Durch den großen Anlagedruck sinken aber die Spitzenrenditen.

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Immobilien haben sich im Laufe der vergangenen Jahre weiter als eigene Assetklasse etabliert. Trotz erschwerter Rahmenbedingungen auf Grund von Regulierungen und Staatsschuldenkrise sind Immobilien als Kapitalanlage bei Investoren noch mehr in den Fokus gerückt. So wollen deutsche Versicherer dieses Jahr im Schnitt 298 Mio. Euro in Immobilien stecken und damit ihre Quote von aktuell 7,6 auf 8,2% erhöhen. Das zeigt das Trendbarometer „Immobilienanlagen der Assekuranz 2015“ von Ernst & Young Real Estate, an dem 30 Versicherer mit einem Immobilienbestand von 8,4 Mrd. Euro teilnahmen. Dass es sich dabei nicht bloß um Lippenbekenntnisse handelt, zeigt ein Blick auf die Erhebung von 2014. So gaben die Befragten im vergangenen Jahr an, durchschnittlich 284 Mio. Euro in Immobilien investieren und ihre Quote von seinerzeit 7% erhöhen zu wollen. Das ist den meisten Gesellschaften gelungen.

Fast drei Viertel der Teilnehmer der aktuellen Studie bestätigten, dass sie ihre im Vorjahr geplante Strategie umgesetzt haben. Somit wird die Assekuranz mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 2015 ihre gesteckten Ziele erfüllen. Interessant ist, dass die Investoren ihre Renditeerwartung von 4,3% gegenüber dem Vorjahr nicht zurückgeschraubt haben. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs am deutschen Immobilienmarkt ist dies ein eher überraschendes Ergebnis. Dass sich die Renditen aber tatsächlich nach unten korrigiert haben, zeigt die Untersuchung des Immobiliendienstleisters CBRE zum deutschen Büromarkt, an dem im ersten Halbjahr 2015 ein Transaktionsvolumen von rd. 10 Mrd. Euro zu verzeichnen war. So hat sich an den Top-5-Standorten die große Liquidität am Markt in den Spitzenrenditen besonders bemerkbar gemacht. Dort sorgte der Anlagedruck bei den Nettoanfangsrenditen für einen Rückgang um bis zu 0,2 Prozentpunkte innerhalb der vergangenen drei Monate. Gegenüber Ende 2014 sind es gar 31 Basispunkte weniger. Im Juni lag die Rendite im Schnitt bei 4,3%.

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