Nächster Schritt Richtung Währungskrieg: China wertet Yuan erneut ab

Der chinesische Yuan fiel am Mittwoch auf ein Vierjahrestief. Die Notenbank hatte zuvor die Währung den zweiten Tag in Folge abgewertet, obwohl sie das am Montag noch ausgeschlossen hatte. Mit der Abschwächung sollen chinesische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger werden. Händler fürchten einen Währungskrieg.

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Der Yuan wurde den zweiten Tag in Folge abgewertet. (Grafik: <a href="http://www.ariva.de/cny-eur-chinesischer_renminbi_yuan-euro-kurs/chart?t=week&amp;boerse_id=48" target="_blank">ariva.de</a>)

Der Yuan wurde den zweiten Tag in Folge abgewertet. (Grafik: ariva.de)

Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung Yuan am Mittwoch erneut auf Talfahrt geschickt. Der Yuan fiel auf ein Vierjahrestief, nachdem die Notenbank der Volksrepublik den Mittelwert des Währungskurses zur Wochenmitte noch niedriger festgelegt hatte als bei der deutlichen Abwertung am Dienstag. An den Märkten löste der Schritt bei einigen Händlern Sorgen vor einem Währungskrieg aus.

Am Dienstag hatte die Notenbank noch erklärt, dass die Abwertung des Yuan um zwei Prozent nach einer Reihe von schwachen Konjunkturdaten eine einmalige Maßnahme gewesen sei. Mit der Abschwächung der Währung sollen chinesische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger und die heimische Wirtschaft angekurbelt werden.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist er an den Kurs des Dollar gebunden: Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs, um den der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken darf. Am Dienstag legte sie ihn auf 6,2298 Yuan je Dollar fest nach 6,1162 Dollar am Montag. Am Mittwoch betrug dieser 6,43 Yuan je Dollar.

Die chinesischen Börsen gaben am Mittwoch nach dem Yuan-Rückgang zunächst nach, stabilisierten sich später aber in etwa auf dem Vortagsniveau.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die neue Methode der chinesischen Zentralbank zur Bestimmung des täglichen Yuan-Referenzkurses positiv. Die Marktkräfte dürften künftig eine größere Rolle bei der Festlegung des Wechselkurses haben, teilte der IWF am Mittwoch mit. Dies sei ein „willkommener Schritt“ in Richtung einer größeren Flexibilität. Der Fonds gehe davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren ein frei schwankendes Wechselkurssystem haben könnte. China baut die eigene Währung als weltweite Alternative zum Dollar auf. 

Zum ersten Mal seit 2009 gab China zudem über die Höhe seiner Goldreserven Auskunft. Wegen überraschend niedriger Bestände zweifeln Analysten an der Echtheit der Daten. Sie vermuten, dass China die Zahlen drastisch untertrieben hat, um seinen Ausstieg aus dem US-Dollar in Ruhe fortzusetzen zu können.

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