Sinkende Gewinne drücken RWE auf 12-Jahres-Tief

Die Aktien des Energiekonzerns sind auf dem tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Neben sinkenden Gewinnen und macht RWE auch die langwierige Restrukturierung dem Konzern zu schaffen. Ein arabischer Investor zeigt sich an dem Unternehmen interessiert.

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Der Gewinnschwund im ersten Halbjahr hat RWE am Donnerstag zu schaffen gemacht. Die Aktien des Versorgers rutschten um bis zu 3,3 Prozent auf 17,67 Euro, das ist der tiefste Stand seit mehr als zwölf Jahren. Im Dax waren sie damit der einzige Verlierer. „Für Unmut sorgt, dass nun auch die Geschäfte in Großbritannien nicht so gut laufen“, sagte ein Händler. Laut Vorstandschef Peter Terium kämpft RWE auf der Insel mit operativen und technischen Problemen.

Hauptproblem des Versorgers sind aber weiter die auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallenen Strom-Großhandelspreise. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 3,186 Milliarden Euro. „Es herrscht einfach Verdruss darüber, dass der Weg der Restrukturierung so lang ist und RWE nicht wie E.ON das traditionelle Kraftwerksgeschäft abspaltet „, erklärte ein Börsianer. Seit Jahresbeginn haben RWE rund 29 Prozent an Wert eingebüßt, E.ON kommt auf ein Minus von knapp 18 Prozent. Der Dax lege im selben Zeitraum mehr als elf Prozent zu.

RWE könnte nach den Worten von Vorstandschef Peter Terium einen arabischen Investor als Anteilseigner ins Boot holen. „Die Gespräche mit dem Investor laufen nach wie vor“, sagte Vorstandschef Peter Terium am Donnerstag während einer Telefonkonferenz. Dabei gehe es sowohl um Projekte in der Region als auch um eine Kapitalbeteiligung. Es gebe aber keine Entscheidungen. Die Unterredungen dauerten wohl eher noch Monate als Wochen. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass RWE mit dem Infrastrukturfonds von Abu Dhabi, „Masdar“, im Gespräch ist. Auch Terium hatte vor einigen Wochen von einem Investor aus Abu Dhabi berichtet, den Namen aber nicht genannt. Eine Beteiligung am RWE-Konzern, beispielsweise über eine Kapitalerhöhung, trifft bei den kommunalen Anteilseignern auf Skepsis. Sie fürchten um ihren Einfluss auf den Versorger, an dem sie knapp 24 Prozent halten. Insider halten nicht nur eine direkte Beteiligung am RWE-Konzern für möglich, sondern auch an Töchtern wie der Ökostromsparte Innogy oder Stromnetzbetreibern.

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