Weltbank: Ölpreis droht ins Bodenlose abzustürzen

Entgegen der Erwartungen ist der Ölpreis auch im Sommer weiter gesunken. Das Angebot übersteigt die Nachfrage und die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran wird diese Entwicklung noch weiter unterstützen.

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Die Rohöl-Preisentwicklung von Februar bis August 2015. Von einer Erholung gehen Experten erst gegen Ende des Jahres aus. (Grafik: ariva.de)

Die Rohöl-Preisentwicklung von Februar bis August 2015. Von einer Erholung gehen Experten erst gegen Ende des Jahres aus. (Grafik: ariva.de)

Der Deal im Atomstreit mit dem Iran hat offenbar viel größere Folgen für den Ölpreis als bisher angenommen. Nach einer aktuellen Einschätzung der Weltbank wird die Aufhebung der Iran-Sanktionen dazu führen, dass der Ölpreis kommendes Jahr um zehn US-Dollar pro Fass sinkt. Tritt die Vorhersage ein, würde dies einem Rückgang um 21% im Vergleich zum derzeitigen Preis von 45 Dollar der Sorte WTI gleichkommen. Der Ölpreis ist bereits jetzt wegen des großen Angebots unter Druck, weil die zwölf Opec-Staaten deutlich mehr Öl fördern als nachgefragt wird. Allein im Juli produzierte das Öl-Kartell nach eigenen Angaben rund 32 Mio. Fass täglich, so viel wie seit Beginn der Aufzeichnungen 1997 nicht mehr.

Unterdessen hat neben der China-Krise die Einigung mit dem Iran sämtlichen Analysten einen Strich durch ihre Prognose-Rechnung gemacht. Während im Januar die meisten Experten eine Stabilisierung des Öl-Preises bis Sommer dieses Jahres erwarteten, ist genau das Gegenteil eingetreten: Die Preise liegen heute, je nach Vergleichszeitraum, unter dem Stand von Januar. Dieses Szenario deutet darauf hin, dass offenbar niemand die Entwicklung in China und im Atom-Streit auf dem Schirm hatte, obwohl die Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt im vollen Gange waren. So verliert beispielsweise Asoka Wöhrmann, CIO der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset & Wealth Management, in seiner Analyse zum Ölpreis von Mitte Februar kein Wort über mögliche Konsequenzen der Iran-Gespräche auf den Ölpreis. Nur so viel: Grundsätzlich gehe die Deutsche AWM in ihrem Basisszenario von einer langsamen Erholung des Ölpreises bis auf 65 Dollar bis Ende 2015 aus. Im aktuellen CIO-Ausblick heißt es nun: Die Iran-Einigung trage längerfristig zum Preisdruck beim Öl bei.

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